Bad Laasphe. Mehr als 45 Jahre lang hat Ursula Klein in ihrer Praxis für Krankengymnastik und Podologie in Bad Laasphe auch viele Kinder und Familien begleitet. Nun, im Ruhestand, bleibt sie ihrem Herzensthema treu: Die 550 Euro, die bei ihrer Verabschiedung vor über zwei Jahren zusammengekommen sind, spendet sie an die Kinder- und Jugendfeuerwehr des Löschzugs 1 der Freiwilligen Feuerwehr Bad Laasphe. Rund 200 Wegbegleiter, ehemalige Patienten, Freunde und Kollegen waren im Gemeindehaus am Laaspher Kirchplatz dabei, als Ursula Klein in den Ruhestand verabschiedet wurde. Statt Blumen und Geschenken hatte sie sich eine Spende für Kinder und Jugendliche gewünscht: „Wenn ich jetzt mehr unterwegs sein will, brauch‘ ich keine Orchideen mehr.“ Ein grünes Sparschwein von Ursula Klein stand bereit – und füllte sich am Ende mit 550 Euro.
Doch wohin mit dem Geld? Diese Frage beschäftigte Ursula Klein lange. „Ich wollte die Spende nicht einfach irgendwohin geben, sondern schon wissen, dass sie sinnvoll eingesetzt wird“, erzählt sie. Kinderhospiz Balthasar in Olpe, die Rumänienhilfe oder eine Unterstützung für Straßenkinder in Hamburg waren unter anderem Möglichkeiten, über die sie nachdachte. Mehr als zwei Jahre dauerte die Suche nach dem richtigen Empfänger. Die Entscheidung fiel schließlich beim Feuerwehrfest Anfang Juni, mit dem der Laaspher Löschzug 1 sein 150-jähriges Bestehen feierte. Ursula Klein beobachtete dort die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen und hatte plötzlich das Gefühl: „Jetzt weißt du, wo du das Geld hingibst.“ Für sie verkörpert die Jugendfeuerwehr genau das, was ihr wichtig ist: junge Menschen übernehmen Verantwortung, erleben Gemeinschaft und lernen, füreinander da zu sein. „Das ist unsere Zukunft“, sagt sie. „Wir brauchen die Feuerwehr – und deshalb brauchen wir dafür auch engagierte Kinder und Jugendliche.“
Das Geld übergab Ursula Klein nun an Jugendfeuerwehrwart Marc-André Amos und Norbert Hofmann, stellvertretender Leiter der örtlichen Kinderfeuerwehr. Über die unerwartete Unterstützung freuten sich Beide. Die Stadt stelle zwar die notwendige Grundausstattung zur Verfügung, erläuterte Marc-André Amos. Spenden ermöglichten jedoch zusätzliche Aktivitäten, die das Gemeinschaftsgefühl stärkten. Denkbar wäre beispielsweise ein gemeinsamer Ausflug, etwa in das Technikmuseum Sinsheim.
„Über allem steht der Gedanke, Gemeinschaft zu schaffen“, betonte Marc-André Amos. Genau darin sieht auch Ursula Klein den besonderen Wert der Nachwuchsfeuerwehr. Kinder und Jugendliche lernen dort nicht nur Feuerwehrtechnik, sondern auch Teamarbeit, Verlässlichkeit und Verantwortung. Dass ihre Spende nun dort ankommt, ist für Ursula Klein eine passende Fortsetzung ihres Berufslebens. Jahrzehntelang hat sie Kinder auf ihren ersten Schritten begleitet, ihre Entwicklung unterstützt und Familien zur Seite gestanden. Mit ihrer Abschiedsspende möchte sie nun erneut junge Menschen fördern – diesmal nicht in ihrer Praxis, sondern in einer Gemeinschaft, die Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt vermittelt.
So schließt sich für Ursula Klein ein Kreis: Aus einem Abschiedsgeschenk wird eine Investition in die nächste Generation. Und aus 45 Jahren Arbeit mit Kindern bleibt mehr als die Erinnerung an ihre Praxis – nämlich die Überzeugung, dass Unterstützung für junge Menschen immer auch eine Investition in die Zukunft ist. Das grüne Spendensparschwein hat inzwischen übrigens seinen Standort gewechselt. Derzeit steht es auf der Theke in der Laaspher Stadtschänke. Auch hier sammelt es wieder Geld. Diesmal für die Jugendlichen im Laaspher Schützenverein.
Bildunterschrift: Ursula Klein (kniend) hat nach über zwei Jahren die passende Verwendung für die Geldspenden zu ihrem Ruhestand gefunden: Sie überreichte jetzt 550 Euro an die Kinder- und die Jugendfeuerwehr in Bad Laasphe.
(Foto: Andreas Hinkelmann Feuerwehr Bad Laasphe | Stand: 26.09.2026, 08:00 Uhr)





