Röspe. Ein wahrer Alptraum war am Donnerstagnachmittag Übungsszenario einer Wasserrettungsübung am Rösper Weiher, unweit des Forsthauses Röspe. Ein Mann drohte zu ertrinken. Er trieb in der Mitte des Sees und rief um Hilfe. So schilderte es auch Paul Bultmann, der der Kreisleitstelle Siegen-Wittgenstein über die 112 den Ertrinkungsnotfall mitteilte. Niemand, auch nicht die Disponenten der Kreisleitstelle, wussten, dass es sich um eine Übung handelte. Thomas Tremmel, beim Kreis Siegen-Wittgenstein verantwortlich für den Rettungsdienst, den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, sowie hauptamtlicher Kreisbrandmeister, hatte die Alarmübung in die Wege geleitet.

Die Alarm- und Ausrückeordnung sieht bei einer Personenrettung aus Gewässern die örtlichen Löschgruppen, sowie eine Drehleiter vor. Außerdem Rettungswagen und Notarzt. Die Drehleiter könnte als Rettungsweg über mehrere Meter zum Ertrinkenden eine Rolle spielen. Die örtlichen Feuerwehren führen zudem unter anderem Wurfleinen mit, die sie der Person im Wasser zuwerfen können, damit diese sich daran festhält und an Land gezogen werden kann. Am Donnerstag wurden somit die Drehleiter aus Erndtebrück, die Löschgruppe Birkelbach und die Löschgruppe Womelsdorf zum Einsatz alarmiert. Außerdem wurde der DRK Rettungswagen aus Womelsdorf alarmiert, als Notarztzubringer wurde der Rettungshubschrauber „Christoph 25“ geschickt.

Doch der Rettungshubschrauber brachte in diesem Fall eine weitere wichtige Sache mit: Mit „Restube“ wurde ein Rettungsgerät geschaffen, das einfach in der Handhabung, günstig in der Anschaffung und wiederverwendbar ist. Bei Kontakt mit Wasser wird eine CO-2 Patrone ausgelöst, die das Rettungsgerät in Sekundenschnelle aufbläst. Dies ermöglicht dem Ertrinkenden dann, sich daran festzuhalten und ein unmittelbares untergehen zu verhindern, so dass Feuerwehr oder Luftrettung den Ertrinkenden anschließend ans Ufer retten können. „Wenn wir die ersten sind, können wir nach Abwurf des Restubes landen und dem Ertrinkenden eine Wurfleine zuwerfen und ihn dann aus dem Wasser retten. Oft sind solche Einsatzorte entlegen“, erklärt Markus Scheld, Pilot des Siegener Rettungshubschraubers. Am Donnerstag wurde nur etwa fünf Minuten nach dem Notrufbeginn das Restube aus dem Hubschrauber abgeworfen. Zu dieser Zeit traf parallel die Feuerwehr ein, die eine Rettung ans Ufer vorbereitete. Nachdem der Hubschrauber das Restube abgeworfen hatte, warf die Feuerwehr dem Ertrinkenden, der durch einen Strömungsretter der Berufsfeuerwehr Siegen dargestellt wurde, eine Wurfleine zu und konnte ihn dann samt Restube schnell ans Ufer retten. Nach der Alarmübung machte der Hubschrauber zwei weitere Anflüge, um den Besatzungsmitgliedern ein Üben zu ermöglichen.

„Das Restube kann sowohl vom Notfallsanitäter aus der linken Vordertür, als auch vom Notarzt hinten aus beiden Schiebetüren abgeworfen werden“, erklärt Markus Scheld. Für die Einsatzkräfte gab es bei den verschiedenen Anflügen verschiedene Erkenntnisse: Wie verhält sich das Restube im Rotorabwind ?, Welchen Einfluss hat der Rotorabwind, wenn das Restube aufgeblasen ist, treibt er es vom Ertrinkenden weg ?, Wie geht es dem Ertrinkenden mit dem Rotorabwind? All das konnten die Einsatzkräfte am Donnerstagnachmittag trainieren. Auch Dank Prinz Gustav zu Sayn Wittgenstein-Berleburg, der sein Gelände für die Rettungsübung gerne zur Verfügung stellte. Der Prinz und auch Revierleiter Sebastian Wagner machten sich vor Ort selbst ein Bild von der Schlagfertigkeit der Einsatzkräfte und informierten sich über deren Möglichkeiten.

Nach etwa anderthalb Stunden kehrte dann wieder Ruhe ein am Weiher, mit dem beruhigenden Gefühl, dass Rettungsdienst, Feuerwehr und Hubschrauber in nur etwa sechs, sieben Minuten vor Ort sind und einem Ertrinkenden dann unmittelbar und sofort helfen und so möglicherweise sein Leben retten können.

Bildunterschrift: Am Rösper Weiher fand am Donnerstagnachmittag eine spektakuläre Wasserrettungsübung mit Feuerwehr, DRK Rettungsdienst und Rettungshubschrauber statt.
(Fotos: M. Böhl | Stand: 25.09.2026, 15:51 Uhr)





