Erndtebrück/La Cambe. Soldaten des Einsatzführungsbereiches 2 aus Erndtebrück, Reservisten der Kreisgruppe Südwestfalen des Verbandes der Reservisten und einen aktiven Kameraden des Bundesamtes für Ausrüstung und Infrastruktur der Bundeswehr in Koblenz führten in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen Pflegeeinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof La Cambe (Frankreich) an geschichtsträchtiger Stätte in der Normandie durch.

Der Soldatenfriedhof La Cambe liegt nur wenige Kilometer von Omaha Beach entfernt an der französischen Kanalküste. An diesem Küstenabschnitt landeten am 6. Juni 1944 (D-Day) US-amerikanische Truppen. La Cambe ist der größte deutsche Soldatenfriedhof in der Normandie. Mehr als 100.000 Menschen starben im Sommer 1944 während der Kämpfe nach der alliierten Landung in der Normandie. Mindestens 14.000 französische Zivilisten kamen dabei ums Leben. Schon während der Kämpfe in der Normandie legte der amerikanische Bergungs- und Identifikationsdienst in der Nähe des kleinen Dorfes La Cambe zwei große Gräberfelder mit eigenen und deutschen Gefallenen an. Nach 1945 betteten die Amerikaner ihre Toten auf den 15 Kilometer entfernten Friedhof St. Laurent-sur-Mer um. Die Leichen der deutschen Soldaten wurden dort exhumiert und in La Cambe bestattet. Die Kriegsgräberstätte La Cambe wurde am 21. September 1961 offiziell eingeweiht. Heute haben 21.245 deutsche Gefallene in La Cambe ihre Ruhestätte gefunden. Im Hügelgrab ruhen 207 unbekannte und 89 namentlich bekannte Tote. Auch aus der Heimatregion Wittgenstein der Erndtebrücker Garnison fanden einige Gefallene ihre letzte Ruhestätte auf dem Soldatenfriedhof in La Cambe.

Zum Teil mussten lose Grabkreuze erneut auf die Betonplatten geklebt werden.

Zu den Aufgaben der fünf aktiven Soldaten und vier Reservisten gehörte die Neuangleichung der Betonplatten mit den Grabkreuzen. Hierzu wurden die im Boden eingelassenen vorhandenen Platten aufgenommen, mit Kies unterfüttert und entsprechend dem Bodenniveau neu angeglichen. Lockere Grabkreuze wurden durch das Team mit frostresistenten Fliesenkleber neu auf die Betonplatten aufgeklebt. Insgesamt konnten durch das 9-köpfige Arbeitskommando 429 Betonplatten neu angeglichen werden und es wurden 208 Grabkreuze neu verklebt.
Aufgrund seiner Lage und Nähe zu vielen historischen Sehenswürdigkeiten wird der Soldatenfriedhof von vielen Menschen besucht, die auf ihrer Reise durch Nord-Frankreich hier einen Halt einlegen und einen Gang über den Friedhof unternehmen. Während des Arbeitseinsatzes statteten zudem zahlreiche Schulklassen dem Friedhof im Rahmen ihres Gesichtsunterrichts einen Besuch ab. Der deutsche Soldatenfriedhof gehört zu den am meisten besuchten deutschen Kriegsgräberstätten im Ausland. Viele der Besucher sprachen dabei das Arbeitskommando auf seinen Einsatz hier an. Untergebracht waren die fleißigen Helfer in einem Ferienhaus in der Gemeinde Tribehou. Für die sehr gute Verpflegung der Soldaten und Reservisten sorgte der ehemalige Küchenmeister der Erndtebrücker Hachenberg-Kaserne.

Neben dem Arbeitseinsatz wurden auch die Schauplätze der Invasion von 1944 an Utah und Omaha Beach besucht.
Zum Gedenken legten die Soldaten und Reservisten zum Abschluss ihres Einsatzes einen Kranz für die dort bestatteten Kriegstoten nieder und gedachten auch ihrer gefallenen Bundeswehrkameraden. Außerdem wurden zwei Teilnehmer des Einsatzes mit der bronzenen bzw. silbernen Verdienstnadel des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für ihren langjährigen Einsatz bei Kriegsgräberpflegeeinsätzen geehrt.

Bildunterschrift: Das 9-köpfige Arbeitskommando konnte auf dem Soldatenfriedhof La Cambe in Frankreich 429 Betonplatten angleichen und 208 Grabkreuze neu verkleben.

(Fotos: E. Lauber | Stand: 24.09.2026, 08:00 Uhr)