Bad Berleburg. (mb) „Es ist ein Meilenstein der Digitalisierung von Bad Berleburg und der Region“, betont Bürgermeister Volker Sonneborn bei der Vorstellung von blb-smart. Dabei handelt es sich um eine App, die alle digitalen Angebote in und um Bad Berleburg bündelt und dabei auch gleichzeitig als Buchungsportal und digitaler Warenkorb dient.
Doch von vorne: Manche Probleme stellen Gastronome, Händler und auch Vereine vor große Herausforderungen. So etwa der immer größer werdende Fachkräfte- und Personalmangel. In der Gastro fehlt es an Menschen, die Bedienung und Service übernehmen oder bei Vereinen fehlt es an Menschen, die Angebote durchführen. Wie kann man dieser Probleme Herr werden? Mit der blb-smart App soll dafür eine geeignete Option an den Start gehen. Von der Tischreservierung über die Bestellung bis hin zur Bezahlung kann alles über diese App laufen. Man setzt sich an den Tisch, scannt einen QR-Code, erhält eine Menü-Karte und kann daraus direkt bestellen und sofort bezahlen.
Doch damit nicht genug. Um eine geeignete App zu finden, sind viele Möglichkeiten in Betracht gekommen, manche wurden sich live angeschaut: In der Stadt Ahaus etwa hat man sich von der Funktionsweise und den Möglichkeiten der App überzeugen können: Tennisplätze können reserviert, Spielgeräte kostenlos ausgeliehen, Hotels gebucht und eingecheckt, Räume vermietet und sogar Discos veranstaltet werden. Alles natürlich daran geknüpft, welche Anbieter es vor Ort gibt. Und in Bad Berleburg sind bereits zum Start der App einige Akzeptanzstellen dabei, weitere sollen folgen.
Zusätzlich dient die App als digitales Kommunikationsmittel. Wer sich mit seiner Adresse registriert – natürlich Datenschutzkonform –, kann von ortsspezifischen Nachrichten profitieren. So können etwa Vereine oder Veranstalter Mitteilungen ausschließlich für ihren Ort ausspielen. Oder ganz praktisch eine Benachrichtigung erhalten, welcher Müll morgen abgeholt wird – oder ob sich dessen Abfuhr verzögert.
„Die digitale Kommunikation wird damit auf ein neues Level gehoben. Aber wir wollen auch die Menschen mitnehmen, die nicht so digital affin sind. Dafür wollen wir Wege finden“, betont Volker Sonneborn. „Außerdem geht es nicht darum, Menschen zu ersetzen. Das Problem ist, dass die Menschen teilweise schon nicht da sind“, weist er zusätzlich auf den Personalmangel hin. Als konkretes Beispiel konnte er den Dorfladen in Dotzlar nennen: „Natürlich wäre es schöner, wenn da auch Leute an der Kasse stehen. Aber ohne eine digitale Lösung hätten wir dort gar nichts.“ Somit soll blb-smart den Menschen nicht ersetzen, sondern dort unterstützen, wo er fehlt.
Bezahlt werden kann in der App auf unterschiedliche Weisen. So kann man etwa die App sicher mit dem eigenen Konto verknüpfen und darüber bezahlen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Gutscheine zu erhalten. Aber auch die Arbeitgeber können sich beteiligen: Diese haben per Gesetz die Möglichkeit, freiwillig 50 Euro steuerfrei an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuzahlen. Häufig wird das etwa in Form von Tankgutscheinen oder Versicherungen getan. Nun können diese 50 Euro auch in blb-smart zur Verfügung gestellt werden, wenn der Arbeitgeber dies anbietet und der Arbeitnehmer das annehmen möchte. Das beste daran: dieses Geld kann angespart werden und muss nicht im gleichen Monat genutzt werden. Diese Leistungen können jedoch nur in der Region ausgegeben werden. Somit bleibt die Wertschöpfung in der Region erhalten.
Gerade zum Start der App ist es wichtig, auch Ansprechpartner bei Rückfragen zu haben. Als „Kümmerer“ für die App steht embe Consult zur Verfügung, die den Prozess der Inbetriebnahme begleitet haben. Bei Rückfragen kann man sich auch an das Projektbüro von blb-smart unter (02751) 920 77 60, per E-Mail unter info@blb-smart.de oder im Internet unter www.blb-smart.de wenden.
Zum Start der App gibt es ein Gewinnspiel: Unter allen, die sich bis Mittwoch, 26. Augut, registrieren, werden Stadtgutscheine im Wert von 100 Euro (1. Platz), 75 Euro (2. Platz), 50 Euro (3. Platz) oder drei Euro (Plätze vier bis 50) verlost. Diese können in allen Akzeptanzstellen eingelöst werden. Und pünktlich zum Start der neuen Bundesligasaison wird es ebenfalls ein Tippspiel geben, bei dem die besten Spieler ebenfalls Stadtgutscheine gewinnen können.
Perspektivisch soll die App stetig weiter wachsen und die Angebote und Möglichkeiten von Einzelhandel, Gastronomie und Vereinen ausbauen. Bereits jetzt sind schon 100.000 Euro jährlich durch teilnehmende Arbeitgeber im System. Dabei können auch aus Nachbarkommunen wie Bad Laasphe oder Erndtebrück Angebote in der App möglich sein. Gefördert wurde das Projekt durch LEADER-Mittel – insgesamt 125.00 Euro hat die Anschaffung und Lizenzierung der App gekostet, inklusive des Erkundungs- und Entscheidungsprozesses sowie der Begleitung durch Ansprechpartner für die App. Davon entfallen 70 Prozent auf die LEADER-Förderung.

Bildunterschrift: Die App blb-smart geht an den Start. Timo Karl (Stadt Bad Berleburg), Jan Henkel (embe Consult), Yannik Lückel (embe Consult), Colette Siebert (Stadt Bad Berleburg), Andreas Bernshausen (BLB-Tourismus GmbH) und Volker Sonneborn (Stadt Bad Berleburg, v.l.) präsentieren die Möglichkeiten der App.

(Foto: M. Burk | Stand: 21.08.2026, 13:05 Uhr)