Biedenkopf. (mb) Die Biedenköpfer Grenze ist noch intakt. Das klingt nicht nach einer großen Überraschung. Doch das Überprüfen dieses Zustands ist immer wieder ein großes Spektakel. Der Grenzgang in Biedenkopf hat eine Tradition die älter ist als so manch einer glaubt. Bereits im Mittelalter wurde die Grenze regelmäßig abgelaufen, um Grenzstreitigkeiten mit benachbarten Orten aus dem Weg zu räumen. Seit hunderten von Jahren wird die Grenze nun schon abgelaufen. Inzwischen alle sieben Jahre. Und in diesem Jahr war es dann wieder soweit. An drei Tagen machten sich die Biedenköpferinnen und Biedenköpfer auf den Weg durch den Wald. Gestartet wurde am Donnerstag auf dem Marktplatz. Böllerschüsse vom Schloss und Musik zum Wecken bildeten an jedem Wandertag den Start.

Am Donnerstag ging es zunächst zur linken Lahnseite. Gestärkt von einem Frühstück auf der Sackpfeife wurde die Grenze bis zur „Rauhen Wiese“ abgelaufen. Von hier ging es zurück in die Stadt. Mit einem Festzug ging es dann auf den Festplatz „Obere Bleiche“, wo man bis in die späten Abendstunden feierte. Der zweite Wandertag zog dann von der „Rauhen Wiese“ über den Frühstücksplatz auf der Hasenhardt“ bis zur Lahn an der Erlenmühle. Auch an dem Tag folgte wieder ein Festzug aus der STadt hin zur „Oberen Bleiche“, wo dann gefeiert wurde. Der dritte und letzte Wandertag hatte die rechte Lahnseite zum Ziel. Von der Ludwigshütte ging es mit einem Frühstück am „Gespaltenen Stein“ bis hin zum letzten Grenzstein an der Erlenmühle. Nach einer Ansprache des Bürgeroberst ging es dann zurück in die Stadt und ein letztes Mal weiter zum Festplatz „Obere Bleiche“. Hier wurde dann bis tief in die Nacht gefeiert. Und Grund genug dafür hatte man auch: Rund 46 Kilometer kamen zusammen, wenn man an allen Tagen mitgewandert ist.
Neu im Programm war der Vergnügungspark am Sonntag. Auf dem Festplatz „Obere Bleiche“ begrüßten zahlreiche Schausteller und kulinarische köstlichkeiten die Biedenköpferinnen und Biedenköpfer. Vom Autoscooter bis hin zum Kinderkarussell und der Achterbahn „Twister“ war hier für jeden etwas dabei. Über eine breite Auswahl an magenfüllenden Highlights wie etwa Pasta aus dem Parmesanlaib, Pizza, Eis und Langos konnte man sich ebenso freuen.
Doch nun heißt es erst mal wieder warten. Denn der nächste Grenzgang steht erst wieder in sieben Jahren an. Doch schon jetzt dürfte die Vorfreude groß sein.

Bildunterschrift: Zahlreiche Wanderer machten sich auf den Weg, die Biedenköpfer Grenze abzuwandern.
(Fotos: Grenzgangsverein Biedenkopf | Stand: 19.08.2026, 08:00 Uhr)





