Arfeld. (mb) Wer am letzten Sonntag bei dem sonnigen Wetter draußen unterwegs war, hat wohl möglicherweise den einen oder anderen Oldtimer gesehen. Das ist erstmal keine Seltenheit, denn Oldtimer-Liebhaber gibt es auch in Wittgenstein einige. Doch nach einem erhöhten Verkehrsaufkommen dieser historischen Fahrzeuge dürfte einem aufgefallen sein: Die Oldtimer-Tour des AMC Wittgenstein Bad Berleburg führte wieder durch die Straßen Wittgensteins und darüber hinaus. Für Fans alter Autos ist sie bereits ein etablierter Termin, denn bereits im 15. Durchgang gingen die Teams an den Start, der inzwischen beim Zentrum Via Adrina in Arfeld liegt.
Insgesamt sind 91 Teams auf die Strecke gefahren. Eine Strecke, die die Fahrerinnen und Fahrer selber noch nicht kannten. Denn das macht den Reiz aus: Eine touristische Ausfahrt, kombiniert mit einer sportlichen Wertung und dazu noch eine Menge spaßiger Herausforderungen, Hürden und Fallstricke, die es zu umfahren galt. Insgesamt mussten die Teams so wenig Punkte wie möglich erhalten. Punkte sammelte man etwa durch falsche Antworten im Tourenbuch, fehlerhaft gelöste Aufgaben oder durch Streckenposten, die man nicht hätte passieren dürfen. Die wenigsten Punkte erhielt letztendlich das Team um Lisa Rühl-Homrighausen und Nicole Rausch. Gerade einmal 72 Punkte gingen auf das Konto der beiden Fahrerinnen. Somit sicherten sie sich in ihrem VW Golf 1 Cabriolet nicht nur den Gesamtsieg, sondern gleichzeitig auch den Sieg der Damenteams. Gestartet sind die beiden in der Klasse 5, also die Klasse der Fahrzeuge deren Baujahr zwischen 1984 und 1996 liegt.
Zwar ist das für ein Auto schon ein stolzes alter. Doch mit der richtigen Pflege können da sogar noch ein paar Jahre mehr dazu kommen. So stammt das älteste Fahrzeug, der Mercedes-Benz Ponton 180 D von Andy und Jennifer Seidel, aus dem Jahr 1955 und ist damit stolze 71 Jahre alt. Und wenn man schon bei den Superlativen ist, gilt es eine weitere Zahl auch zu würdigen: 514 Kilometer legten Tom Engelmann und Simon Achenbach zurück. Das ist mehr als das vierfache der regulären Rundstrecke, die immerhin selbst schon stolze 120 Kilometer gemessen hat – und das alleine für die Anreise.
Eigentlich zählt die Oldtimer-Tour als sportlich-touristische Ausfahrt. Hier kommt es nicht zu sehr auf die Zeit an, sondern darauf, die Aufgaben richtig zu bearbeiten, Fragen zur Strecke richtig zu beantworten und somit eine ganz andere Sichtweise auf Wittgenstein zu bekommen, und Präzision am Fahrzeug unter Beweis zu stellen. Wer es aber noch etwas kniffliger und anspruchsvoller mochte, konnte sich zur Sportklasse anmelden. Insgesamt elf Teams nahmen daran Teil. Gewonnen hat in dieser Klasse das Team um Tim-Felix Beuter und Nils Althaus mit einem Opel Kadett C Coupe GT/E und insgesamt 122 Punkten.
Die Tour führte als Rundreise quer durch das Kreisgebiet. Einen Zwischenstopp mit Mittagessen gab es am Schützenplatz in Benfe. Dort wie auch am Zentrum Via Adrina konnten die schaulustigen Besucherinnen und Besucher mit den Fahrerinnen und Fahrern ins Gespräch kommen und sich über die Autos informieren. In Arfeld konnte man zusätzlich noch die Ausstellung der Modellbahnfreunde bestaunen oder einer Übung der Feuerwehr Arfeld zusehen. Weder für die Gäste noch für die Teams geht es dabei um Schnelligkeit. Es ist ein Motorsport der anderen Art. Doch gerade das macht für die insgesamt 203 Teilnehmenden den Reiz der Bad Berleburger Oldtimer-Tour aus.

Bildunterschrift: Bad Berleburgs Bürgermeister Volker Sonneborn schickte die Starterinnen und Starter auf die Strecke.
(Fotos: privat | Stand: 09.08.2026, 08:00 Uhr)





