Erndtebrück. (mb) Die Luftwaffe feiert in diesem Jahr runden Geburtstag. Sowohl die Luftwaffe als solche, als auch der Stützpunkt in Erndtebrück. Während sich die Luftwaffe über 70 Jahren freut, feiert die Garnison am Hachenberg ihr 60-jähriges Bestehen. Um diesen Doppel-Geburtstag gebührend zu feiern, hat sich der Erndtebrücker Standort ein besonderes Programm einfallen lassen. Über das ganze Jahr verteilt fanden und finden unterschiedliche Veranstaltungen im Rahmen dieses Geburtstages statt.
Am Vergangenen Sonntag, 28. Juni, war nun der Höhepunkt der Veranstaltungen erreicht. Beim Familien- und Garnisonstag öffnete die Hachenbergkaserne ihre Tore und erlaubte so einen guten Einblick in die Arbeit, das Arbeitsmaterial und den Fuhrpark der Bundeswehr. Das ganze wurde umrahmt von einem Bunten Programm für die ganze Familie. Knapp eine Woche vor der Veranstaltung waren bereits alle 5.000 Eintrittskarten verkauft. Ein deutliches Zeichen dafür, dass es ein großes Interesse an der Bundeswehr gibt. Und dass die Verbundenheit zwischen Bevölkerung und Bundeswehr in Erndtebrück sehr deutlich zu bemerken ist: „Mir war schon früher klar, dass es hier eine enge Verbundenheit gibt zwischen Bevölkerung und Soldaten, aber als Kommandeur spürt man das natürlich umso mehr“, so Oberst Jens Dobrindt, Kommandeur des Stützpunktes in Erndtebrück.
Das kann von Seiten der Kommune auch Bürgeremister Henning Gronau bestätigen: „Wir haben erlebt, wie nah die Bundeswehr und die Bürgerinnen und Bürger beienander sind in Erndtebrück. Das ist schon was Besonderes.“ Inzwischen ist die Hachenbergkaserne der einzige Standort im Kreis Siegen-Wittgenstein.
Das war nicht immer so, wie auch Landrat Andreas Müller zu berichten weiß. Als gebürtiger Burbacher kann er sich selbst sehr gut an die Zeit erinnern, als dort noch eine Kaserne war. Auch dort war die Verbundenheit sehr eng.
Auch weil dort nun kein Standort mehr ist, ist es umso wichtiger, zu zeigen, was die Bundeswehr eigentlich macht. „Ich finde es gerade jetzt in dieser Zeit wichtig, dass die Bundeswehr präsent ist in der Gesellschaft und durch die Öffnung der Tore hier einmal zeigen kann, was die hier machen, warum das wichtig ist – in Friedenszeiten und darüber hinaus. Ich glaube, dass wir in den kommenden Monaten und Jahren noch viel mehr gemeinsam dafür sorgen müssen, Transparenz zu schaffen, was Bundeswehr macht und dafür ist natürlich so ein Tag der offenen Tür goldwert“, so der Landrat.
Diese Transparenz zu schaffen ist durchaus gelungen. Bei der Fahrzeugausstellung konnte man etwa in einem Panzer platznehmen, die unterschiedlichen Fahrzeuge begutachten und sogar den Kampfhubschrauber „Tiger“ hautnah in Augenschein nehmen. Dabei standen auch die Soldaten Rede und Antwort, die tagtäglich mit diesen Geräten zu tun haben. Zusätzlich konnte man im Flugsimulator selbst den Eurofighter fliegen, das Schießkino konnte besichtigt werden und die Hundestaffel wurde präsentiert.
Doch neben der Bundeswehr und der Reservistenkameradschaft gab es noch zahlreiche weitere Organisationen, die sich präsentierten. So war etwa die ganze Blaulichtfamilie vertreten. Von Polizei über die Feuerwehr bis hin zum Technischen Hilfswerk und dem Deutschen Roten Kreuz präsentierten alle hier ihre Arbeit.
Für die Kinder gab es Hüpfburgen, Kinderschminken, ein Kinder-Moto-Cross, Bogenschießen und vieles mehr. Eine Waffenausstellung und das geöffnete Schießkino sowie ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken rundeten das Programm auch für die Erwachsenen besonders spannend und genussvoll ab.
Der Vorbereitungsaufwand dabei war durchaus enorm. Von den organisierten Parkplätzen in ganz Erndtebrück, dem dafür eingerichteten Shuttle-Service vom Parkplatz zur Kaserne und zurück bis hin zum Kasernengelände selbst gab es viel zu bedenken und berücksichtigen. Gerade in Zeiten in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage. „Die Bundeswehr alleine hätte das hier nicht hingekriegt. Ohne die Unterstützung der Gemeinde und sicherlich auch der Blaulichtorganisationen – und da nehme ich auch die vom Kreis unbedingt mit – hätten wir das nicht auf die Beine gestellt“, formuliert es Oberst Jens Dobrindt. „THW redet mit der Bundeswehr und mit der Feuerwehr, weil die ihre Stände nebeneinander haben. Alleine dafür hat es sich schon gelohnt.“








Bildunterschrift: Der Kampfhubschrauber „Tiger“ begeisterte zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
(Fotos: mb | Stand: 01.07.2026, 08:00 Uhr)





