Bad Berleburg. Das Warten hat nun endlich ein Ende: Am vergangenen Freitag konnten zwei Skulpturen, die von Schülerinnen und Schülern der Skulptur AG des Johannes-Althusius-Gymnasiums entworfen und von Azubis des Bildungszentrums Wittgenstein (BZW) gebaut wurden, offiziell eingeweiht werden.
Ein wahres Mammutprojekt: Nach insgesamt zwei Jahren von der Idee bis zur Realisierung waren alle Beteiligten sichtlich stolz auf das Endergebnis. Ein wahres Gemeinschaftsprojekt mit zahlreichen Kooperationen ist aus der Skulptur AG der Schule entstanden, denn beteiligt waren neben der Schule auch das Bildungszentrum Wittgenstein, die Stadt Bad Berleburg, die Universität Siegen und das Neue Capitol. Finanziert wurden die Skulpturen über LEADER-Fördermittel sowie durch Spenden von Wittgensteiner Unternehmen und Privatpersonen.

Papierflieger

„Ein einfaches Mittel gegen Langeweile ist so ein Papierflieger – es braucht nicht mehr als ein Blatt Papier und die passende Falttechnik, schon wird aus dem Blatt ein Meisterwerk der Physik, ein lustig frecher Streich, die Inkarnation der Ablehnung von Obrigkeiten und nicht zuletzt vielleicht auch ein Symbol der Freiheit“, so die Schule.
War der Papierflieger früher doch eher ein Ärgernis für die Lehrkraft, so hat er in heutigen Zeiten vielleicht auch eine beruhigende Wirkung und kann zum Symbol werden: für Kreativität, Humor und Freiheit.
Ruben Bertram, Anton Fenner und Vincent Schneider stehen zusammen mit den Azubis vom BZW des vergangenen Lehrjahres sowie des aktuellen Lehrjahres (stellvertretend seien hier Fabian Schmidt, Jonas Dietrich, Jason Stöcker und Philipp Kuhli erwähnt) hinter dieser Skulptur. Sie haben gebastelt, getüftelt, Ideen entwickelt, verworfen und verändert, bis schließlich diese Form entstand. Der vorhandene Betonring stellt den Anfang einer imaginären spiralförmigen Flugbahn dar, auf der sich die Papierflieger bewegen. Diese Flugbahn ist zwar zweigeteilt, wird aber vom Betrachter weitergedacht. Der Blick folgt den Papierfliegern in den Himmel. Trotz des massiven Materials, wohnt dieser Skulptur eine Leichtigkeit und Dynamik inne.

Blick durch die Leinwand

Diese Assemblage befindet sich in leuchtendem Verkehrsrot an der Fassade des Johannes-Althusius-Gymnasiums. Sie stellt nicht nur aufgrund ihres Namens, sondern auch durch Material und Form eine Verbindung, vielleicht sogar eine imaginäre Brücke zwischen den Gebäuden Schule und Kino dar. Die alten Metallbuchstaben, die vor dem Umbau des Capitols eingelagert wurden, gaben den Startschuss für das Projekt.
Wie man daraus eine Skulptur machen kann, das hat Lotta Kolshorn (gemeinsam mit Hannah Wignanek) ganz genau verstanden. Die Buchstaben hat sie so angeordnet, dass eine Fläche, also eine Kinoleinwand entsteht, die bei genauerem Hinschauen eine 100 erkennen lässt, die an den 100. Geburtstag der Schule erinnern soll. Der Charme dieser Skulptur besteht darin, dass sie einen durch ihre vermeintliche Schlichtheit zur genaueren Betrachtung auffordert, das Auge suchen lässt: Welche Buchstaben sind denn hier genau zu sehen? Sind es eigentlich noch Buchstaben? Steht dort ein Wort? Ist das überhaupt noch eine Skulptur?
„Diese Skulpturen sind nicht nur abstrakte Formen, sondern verkörpern auch was eine Gemeinschaft und ein Netzwerk in Sachen Kunst und Kultur leisten kann. Irgendwie stecken wir alle in diesen Skulpturen. Ich würde mich freuen, wenn es dieser Gedanke ist, der uns beim Betrachten dieser Werke begleiten wird“ erklärte Janina Wolf, Kunstlehrerin am Johannes-Althusius-Gymnasium und Leiterin der AG. Dies betonte auch Bürgermeister Volker Sonneborn, der das Engagement, die Kreativität, den Gestaltungswillen und Teamgeist aller Beteiligten lobte. „Wir brauchen eure Ideen – auch in Zukunft“, so Sonneborn weiter.

Bildunterschrift: Die Beteiligten weihten kürzlich die neuen Skulpturen im Herrengarten in Bad Berleburg ein.

(Foto: Andreas Wolf | Stand: 30.06.2026, 08:00 Uhr)