Erndtebrück. Der Fuchsrain war am Samstagabend fest in der Hand der Schützen. Bei sommerlichen Temperaturen zog das Schützenfest des Schießvereins Erndtebrück zahlreiche Besucher an und entwickelte sich bis tief in die Nacht zu einem geselligen Treffpunkt für Vereinsmitglieder, Gastvereine und viele Besucher aus der Region.
Im Mittelpunkt stand dabei Schützenkönigin Rebecca Treude. Die frisch gekrönte Majestät zeigte sich überwältigt von der Resonanz. Obwohl sie aus einer Familie stammt, in der das Schützenwesen seit Jahren eine wichtige Rolle spielt, habe sie die Rolle als Königin noch einmal völlig neu erlebt. „Es ist etwas ganz anderes, selbst vorne zu stehen“, sagte sie. Besonders die vielen Glückwünsche und die große Zahl an Gästen hätten sie tief beeindruckt.
An ihre Krönung wird sie sich noch lange erinnern. Die Nervosität kurz vor dem offiziellen Akt sei enorm gewesen, berichtete die Königin. Selbst einfache Handgriffe seien schwergefallen. Die Freude überwog jedoch schnell. Immer wieder wurde sie von Gästen angesprochen, beeglückwünscht und beschenkt. Bereits nach ihrem Königsschuss an Christi Himmelfahrt waren die Emotionen mit ihr durchgegangen.
Für eine besondere Familiengeschichte sorgte Tochter Ylvie. Sie sicherte sich bei den Jugendlichen ebenfalls die Königswürde. Damit stellt die Familie Treude gleich zwei Majestäten des Vereins. Eine Konstellation, die beim Schießverein Erndtebrück inzwischen fast Tradition zu werden scheint. Schon im vergangenen Jahr kamen Kinderkönigin und Schützenkönig aus derselben Familie.
Während die Gäste im Festzelt und auf dem Vereinsgelände feierten, sorgten die Organisatoren für ein zusätzliches Angebot. Auf einer Großleinwand wurde das WM-Spiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste übertragen. Die Übertragung lockte zahlreiche Fußballinteressierte an und ergänzte das Festprogramm um einen weiteren Anziehungspunkt. Pressesprecher Christian Völkel nahm dies mit Humor und sprach von der Unterstützung einer „Randsportart“. Möglich gemacht wurde die Aktion durch Vereinsmitglieder, die die notwendige Technik bereitstellten.
Neben der Königin rückte auch ein weiterer Würdenträger in den Mittelpunkt. Maik Reichmann startet als neuer Kaiser in eine fünfjährige Amtszeit. Nach den Feierlichkeiten zeigte er sich erfreut über die große Aufmerksamkeit. Der Titel genieße im Verein hohes Ansehen, bringe aber vergleichsweise wenige Verpflichtungen mit sich, erklärte er schmunzelnd.
Großen Wert legt der Schießverein traditionell auf die Pflege der Kontakte zu benachbarten Vereinen. Entsprechend stark vertreten waren die Gastabordnungen aus Berghausen, Leimstruth, Sohlbach sowie vom Schießverein „Tell“ Birkefehl. Da Rebecca Treude mittlerweile in Birkefehl lebt, bestand eine besondere Verbindung zu den Gästen aus dem Nachbarort.
Für Vereinsvorsitzenden Günter Schmidt hielt das Wochenende ebenfalls einen besonderen Moment bereit. Mit dem Ende seiner Kaiserzeit musste er sich von einem Titel verabschieden, den er über Jahre getragen hatte. Ganz ohne Auszeichnung blieb er jedoch nicht. Beim vereinseigenen „Robin-Hood-Schießen“ der Bogensportabteilung errang er selbst die Königswürde.
Das Turnier erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit und lockt immer mehr Teilnehmer an den Fuchsrain. Dort wurde auch die jüngste Titelträgerin des Vereins geehrt: Die erst fünfjährige Pia Schneider gewann den „Robin-Hood-Hut“ der Jugend und sorgte damit für einen der charmantesten Momente des Festwochenendes.
Mit Musik, sommerlichem Wetter, sportlichen Erfolgen und vielen emotionalen Augenblicken erlebte der Schießverein Erndtebrück ein Schützenfest, das den Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Bildunterschrift: Die erfolgreichen Schützinnen und Schützen des Schießvereins Erndtebrück erhielten am Samstag ihre Preise und feierten gemeinsam am Fuchsrain.
(Fotos: Schießverein Erndtebrück | Stand: 27.06.2026, 08:00 Uhr)





