Bad Laasphe. (mb) Ein Jubiläum zu feiern ist etwas besonderes. Und es wird umso mehr besonders, je höher die Zahl des gefeierten Jubiläums ist. Der Löschzug 1 der Feuerwehr Bad Laasphe feierte nun sein 150-jähriges bestehen. Eine ganz besondere Veranstaltung also für die Kameradinnen und Kameraden. Oder viel mehr einige ganz besondere Veranstaltungen, denn gefeiert wurde das ganze Wochenende lang. Auftakt war der große Festkommers im Festzelt auf dem Festplatz Wallachei. Hier empfingen die Feuerwehrleute zunächst einige Gäste aus befreundeten und benachbarten Wehren und Vereinen sowie geladene Gäste aus Politik und Verwaltung, die ihre Grußworte und Glückwünsche überbrachten. So betonte etwa Bürgermeister Dirk Terlinden die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements die Kameradinnen und Kameraden für die Sicherheit der Bevölkerung. Und auch die noch deutlich jüngeren Nachwuchsabteilungen der Jugend- und Kinderfeuerwehr seien ein positives Zeichen für die Zukunft. Landrat Andreas Müller bezog sich in seinen Grußworten auf die Zeit. Diese gehöre „wahrscheinlich zu den wertvollste Ressourcen unserer Gesellschaft“. Für die Feuerwehr gehe es häufig nicht etwa um Stunden oder Minuten, sondern um Sekunden. Dem Wettlauf gegen die Zeit, wenn es darum gehe, Brände einzudämmen oder Leben zu retten, stelle sich die Feuerwehr nun schon seit 150 Jahren. In dieser Zeit habe sich viel verändert. Ausrüstung sei moderner geworden, Fahrzeuge Leistungsstärker und die Einsatzlagen gleichzeitig komplexer. Dem konnte auch Kreisbrandmeister Thomas Tremmel anhand eines aktuellen Beispiels zustimmen. Erst vor kurzem wurde er zu einem besonderen Einsatz gerufen: ein Flugzeugabsturz auf der A 45 bei Freudenberg. „Wie bekomme ich jemanden schonend aus einem Carbon-Schalensitz, der in seinem Flugzeug kopfüber in seinen Gurten hängt?“ Etwas, das nicht auf Lehrgängen unterrichtet wird, wofür aber spontan immer eine Lösung gefunden werden muss. Er zitierte einen Feuerwehrkameraden: „Die Feuerwehr ist inzwischen für alles zuständig, was nicht in den Gelben Seiten steht.“
„Wenn man diese Zahl hört, denkt man immer erst mal an Chroniken“, sagte der Laaspher Stadtbrandinspektor Dirk Höbener. „Doch hinter diesen 150 Jahren steht etwas viel größeres. Größer als Zahlen, Daten und Fakten. Es sind die Menschen.“ Seit 150 Jahren gebe es den Löschzug 1 nun schon rein ehrenamtlich und freiwillig, aber mit dem festen Willen, den in Not geratenen Mitbürgern zu helfen. „Feuerwehrgefühl“, zitierte er dabei den Kreisbrandmeister.
Die Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach machte deutlich, dass ein Brand früher häufig den Verlust von Leben, und allem Hab und Gut bedeutete. Doch 22 Bürger sagten vor 150 Jahren nicht etwa „das ist Schicksal“, sondern „wir ändern das“.
Auch die Bad Laaspher Vereine richteten ihre Grußworte aus und verdeutlichten den Stellenwert der Feuerwehr in der Gesellschaft und im Miteinander. Besondere Gratulationen kamen von den Frauen der Feuerwehrleute. Diese überbrachten nicht nur eine Bank und einen Baum als Geschenk, sondern auch eine Videobotschaft mit Grüßen aus Handel und Vereinswelt aus Bad Laasphe.
Nun blicken die Kameradinnen und Kameraden auf das, was jene 22 Bürger vor 150 Jahren begonnen hatten. Ein besonderes Highlight schloss sich dem Festkommers direkt an: der große Zapfenstreich. Einen solchen hat die Stadt Bad Laasphe schon seit Jahren nicht mehr erlebt. Dieses militärmusikalische Zeremoniell rundete den festlichen Abend perfekt bei Fackelschein ab. Gespielt wurde der Zapfenstreich vom Spielmannszug Laasphe/Niederlaasphe und dem Feuerwehrmusikzug Netphen.
Am Samstag zog dann der große Festzug durch die Stadt, begleitet von den gleichen Kapellen, sowie vom Schallmeien-Orchester Haiger. Anschließend wurde bei der Blaulichtparty im Festzelt ordentlich gefeiert.






Bildunterschrift: Gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Terlinden marschierten die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden beim Jubiläumsfestzug durch die Bad Laaspher Innenstadt.
(Fotos: M. Burk | Stand: 10.06.2026, 08:00 Uhr)





