Dachsloch. Eine anspruchsvolle Alarmübung erwartete Feuerwehrkräfte aus dem benachbarten Hessen und dem Wittgensteiner Elsofftal am Freitagnachmittag: Die Einsatzkräfte mussten zu einem gemeldeten Scheunenbrand ins abgelegene „Dachsloch“ ausrücken. Dort, so die Meldung, sollten bei einem Brand einer Scheune Kinder vermisst und Tiere in Gefahr sein. Tim Kessler von der Feuerwehr Bromskirchen hatte sich als diesjähriges Übungsszenario eine anspruchsvolle Aufgabe für seine Kameraden einfallen lassen. Denn nicht nur die Hitze am Freitagabend, und die Abgelegenheit des kleinen hessischen Weilers stellten die Einsatzkräfte diesmal vor eine besondere Herausforderung. Die in Gefahr befindlichen Tiere waren diesmal echt. „Bei einer Übung einen Löschangriff unter Atemschutz starten, das kennt fast jeder. Aber wenn plötzlich irgendwo echte Tiere Teil der Übung sind und betreut werden müssen, ist das etwas anderes“, war Tim Kessler sich sicher. Auch die Besitzerin der Tiere spielte mit: Bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte aus Bromskirchen und Somplar, und kurze Zeit später auch bei den Kräften des Löschzuges Elsofftal, spielte die Frau sehr authentisch eine in Panik geratene Bäuerin mit Angst um ihre Tiere und Kinder.

Unter schwerem Atemschutz gingen die Einsatzkräfte schließlich in die Scheune vor. Ihre Ausrüstung hatten sie bereits während der Fahrt angelegt und waren sofort einsatzbereit. Pferde, Esel, Ziegen, Gänse und Hühner galt es zunächst im Außengelände in Schach zu halten, während aus der brennenden Scheune selbst zwei Ponys gerettet werden mussten. Sie waren im Vorfeld der Übung eigens vor einem Haufen Heu in der Scheune abgestellt worden. Zudem hatte Tim Kessler im Vorfeld drei Kinder der Jugendfeuerwehr Bromskirchen im Gebäude versteckt, die es nun zu finden und zu retten galt.

Eine weitere Bedeutung kam dem Löschangriff in dem entlegenen Ort zu. Um im Notfall vorbereitet zu sein, gibt es im Ort eine Löschwasserzisterne, die die Feuerwehren dann nutzen können. Auch dies wurde bei der Übung realisiert. Neben der Wasserförderung aus der Zisterne bestand die Aufgabe der Kameraden aus dem Elsofftal auch darin, eine Gasflasche zu kühlen und einen Löschangriff vom Wasserwerfer des neuen Alertshäuser Tanklöschfahrzeugs durchzuführen.

Die länderübergreifenden Übung werden jedes Jahr mindestens einmal durchgeführt, wie Christian Henkel-Strieder, Gemeindebrandinspektor aus Allendorf/Eder erklärte. Immer im Wechsel werden die Übungen auf Wittgensteiner oder auf hessischer Seite geplant und ausgerichtet, um die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte auf dem vorhandenen, hohen Level zu halten.

Bildunterschrift: Eine anspruchsvolle Einsatzübung erwartete die Feuerwehren am Freitagnachmittag im Dachsloch bei Alertshausen.

(Fotos: M. Böhl | Stand: 24.05.2026, 14:45 Uhr)