Bad Berleburg. (mb) Er ist einer der Höhepunkte im Bad Berleburger Veranstaltungskalender: der Wollmarkt. Doch auch über die Grenzen der Stadt und des Altkreises Wittgenstein hinaus ist dieses Frühlingsfest voll von Tradition und Handwerk bekannt. So zog der Wollmarkt, in den sich in diesem Jahr auch der Regio-Markt eingliederte, wieder zahllose Besucherinnen und Besucher an. Noch bevor das Markttreiben richtig los ging, bat der Geschäftsführer der BLB-Tourismus GmbH, Andreas Bernshausen um eine Schweigeminute für Günther Hirschhäuser, der den Wollmarkt mitbegründet und ihn stets vorangetrieben hatte. Dieser verstarb im Frühjahr im Alter von 91 Jahren.
Eröffnet wurde der Markt am Sonntag bei Kaiserwetter um 11.30 Uhr auf dem Marktplatz mit dem Fassanstich von Schirmherrin Melanie Fuchs, die diese Ehre stellvertretend für rund 380 Landfrauen in Bad Berleburg und etwa 850 Landfrauen in ganz Siegen-Wittgenstein wahrnahm. Dabei nutzte sie die Gelegenheit, ein paar Vorurteile aus dem Weg zu räumen, die sich sehr standhaft über die Landfrauen halten würden. „Wir Landfrauen können Kaffee kochen, wir können Kuchen backen, wir können Kuchen essen und wir können stricken“, gibt Melanie Fuchs die Klischees wieder. Dabei seien die Landfrauen sehr modern und gesellschaftsorientiert. Davon sollten sich die Besucherinnen und Besucher selber ein Bild am Stand der Landfrauen machen. Mit einem einzigen gezielten Schlag stach sie dann das Fass an und eröffnete den Wollmarkt offiziell.
Dreh- und Angelpunkt des Marktgeschehens war dabei der Marktplatz am Bürgerhaus. Hier fanden sich nicht nur die unterschiedlichsten Stände mit kulinarischen Highlights, sondern auch Aktionen wie die Tanzaufführungen der Trachtengruppe Laisa oder die Schafschur von Oliver Junker-Mathes, die schon längst Tradition beim Wollmarkt sind. So fanden sich natürlich auch die Schafe der Schaf- und Hütefreunde Wittgenstein und weitere Kleintiere auf dem Marktplatz, die sich ganz besonders unter den jüngsten Gästen großer Beliebtheit erfreuten. Parallel zum Trubel auf dem Marktplatz verwandelte sich die Poststraße in eine bunte Marktmeile mit den unterschiedlichsten Ständen und vielfältigen Produkten aus klassischer Handwerkskunst. „Der Wollmarkt ist ja auch ein Treffpunkt wo viele Vereine vor Ort sind, wo sich Handwerk und Brauchtum verbinden. Es ist toll das zu sehen und ich bin dankbar, dass da auch so viele Händler dabei sind und dass die Organisatoren da so gut mitspielen!“, brachte es Bürgermeister Volker Sonneborn auf den Punkt.
Bestaunen konnte man auf dem Marktgelände etwa die Schmiedekunst, die Verarbeitung von Wolle zu Garn, und die Herstellung von Seilen. Für die Kinder gab es ein Karussell, kreative Angebote, Kinderschminken und eine Naturhelden-Rallye, die die Naturhelden ausgearbeitet haben. Mit im Programm des Wollmarktes war auch der Regio-Markt, der einmal im Monat in den unterschiedlichen Ortschaften Bad Berleburgs Halt macht und nun in der Kernstadt zum Bummeln eingeladen hatte. Doch auch außerhalb des eigentlichen Marktgeländes ging es weiter: Im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntages öffneten zahlreiche Geschäfte entlang der Poststraße und präsentierten, was Bad Berleburgs Händler zu bieten haben. Ein rundum gelungener Markt eröffnete somit in angemessenem Rahmen den Wonnemonat Mai.

Bildunterschrift: Ein absoluter Besuchermagnet: Die Schafschur wird den interessierten Zuschauern traditionell auf der kleinen Bühne auf dem Marktplatz vorgeführt.

(Fotos: M. Burk | Stand: 05.05.2026, 15:53 Uhr)