Erndtebrück. Die Sonne scheint, als sich am Morgen des Donnerstages, 2. April, 25 Soldatinnen und Soldaten der Hachenberg-Kaserne vor dem Ehrenmal zum Gedenken von Kriegsopfern der Gemeinde Erndtebrück, aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, versammeln.
Die Soldaten, unter Führung von Oberstleutnant Koch, waren angetreten, um den bis dahin schwersten Verlusten der Bundeswehr im Jahr 2010, im Rahmen des ISAF Auslandseinsatzes, zu Gedenken. Die Marschleistung stand dabei ganz im Zeichen der Kameradschaft und der tiefen Verbundenheit mit den Gefallenen sowie den Verwundeten der Bundeswehr.

Hintergrund des Gedenkens

Der Gedenkmarsch 16K3 bezieht sich auf den 2. April 2010, an dem deutsche Fallschirmjäger in der afghanischen Provinz Kundus in einen Hinterhalt gerieten. In einem stundenlagen Feuergefecht verloren die drei erwähnten Soldaten ihr Leben, viele weitere wurden schwer verletzt. Dieses Ereignis hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Bundeswehr eingebrannt.
Die Zahl 16 steht einerseits für den 16. Jahrestag des Karfreitagsgefechts in Afghanistan, gefolgt vom Buchstaben K für Karfreitag und Kameradschaft und die 3 für die Anzahl gefallener Soldaten an jenem Tag. Des Weiteren steht die 16 jedoch auch für die Distanz und das Marschgepäck an diesem Tag.
Im Vorgriff auf den Marsch wurde durch Oberstleutnant Koch mittels Rede den Gefallenen gedacht. Im Anschluss folgte durch den 16-jährigen Schüler Lukas Eling das Trompetenspiel „Ich hatt‘ einen Kameraden“ und eine Kranzniederlegung vor dem Ehrenmal.
Danach galt es insgesamt drei Runden durch Erndtebrück zu marschieren. Nach jeder Runde versammelten sich die Soldaten erneut vor dem Ehrenmal.
Hier wurde nach sechs, neun und zwölf Kilometern den gefallenen Soldaten Hauptfeldwebel Nils Bruns, Stabsgefreiten Robert Hartert und Hauptgefreiten Martin Augustyniak einzeln gedacht.
Im Anschluss ging es dann auf die letzten vier Kilometer hoch zur Hachenberg Kaserne, wo die Veranstaltung gegen 15 Uhr ihr Ende fand.

Ein Zeichen der Solidarität

Ziel der K3-Märsche ist es nicht nur eine Erinnerungskultur unter den Soldatinnen und Soldaten zu schaffen, sondern auch Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer, ganz gleich, ob Soldat oder Zivilist, hat hierzu die Möglichkeit im Vorfeld ein Erinnerungspatch käuflich zu erwerben, dessen Erlös wohltätigen Zwecken zugeführt werden. In diesem Jahr sind durch diese Patches insgesamt 221.152 Euro gesammelt worden. Aufgrund der positiven Resonanz des 16K3 Marsches, soll es auch im nächsten Jahr wieder einen K3-Marsch in Erndtebrück geben, dann der 17K3 Marsch. Hierzu sind wieder alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde herzlich eingeladen.

Am Ehrenmal wurde den drei gefallenen Soldaten jeweils separat gedacht.

Bildunterschrift: Die Soldatinnen und Soldaten marschierten 16 Kilometer mit 16 Kilogramm Marschgewicht durch Erndtebrück, um den im Karfreitagsgefecht in 2010 gefallenen Soldaten zu gedenken.

(Fotos: Luftwaffe / Dominic Kaltweier | Stand: 10.04.2026, 14:42 Uhr)