Bad Berleburg. Eines stellte Volker Sonneborn eindeutig heraus: Es gibt keine wertvollere Arbeit als die des Ehrenamtes. Denn: „Ehrenamt ist keine Arbeit, die bezahlt wird. Es ist vielmehr Arbeit, die unbezahlbar ist“, erklärte der Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg. Und setzte damit den Grundstein für die Bad Berleburg Matinee 2026 in der Kulturhalle Wittgenstein in Dotzlar. Es war ein großer Bahnhof, den die Stadt Bad Berleburg am Sonntag für ehrenamtlich Engagierte veranstaltete – stellvertretend für alle, die sich im Dienste der Allgemeinheit einsetzen. „Ihr bildet das Fundament unserer 23 Ortschaften, die wir auch weiterhin lebens- und liebenswert gestalten möchten. Haupt- und Ehrenamt sind bei uns eng verzahnt. Nur auf diese Weise ist es überhaupt möglich, unsere vielfältigen Strukturen in unserer Region mit Leben zu füllen – und mit Lebensqualität. Denn dafür, liebe Ehrenamtliche, seid ihr alle Garanten“, wusste Volker Sonneborn – und würdigte damit das Ehrenamt in der Stadt der Dörfer. Immerhin gut 350 Ehrenamtliche waren in Dotzlar vor Ort, um gemeinsam zu feiern.

Besonders ging der Bürgermeister auf die funktionierenden Netzwerke in der Stadt der Dörfer und der gesamten Region ein – ein wesentlicher Faktor für funktionierende Strukturen. „Daran müssen wir weiterhin arbeiten im demografischen Wandel, bei gesellschaftlichen Herausforderungen und den schrumpfenden finanziellen Spielräumen. Als Stadt Bad Berleburg stehen wir auch in Zukunft an eurer Seite. Jeden Euro, den wir in Ehrenamt investieren, steigert ihr im Wert durch euer Engagement vielfach. Und deshalb werden wir auch in Zukunft darein trotz schwieriger Haushaltslage investieren – weil es auch im Sinne unserer nachfolgenden Generationen sinnvoll ist“, versprach der Bürgermeister im Rahmen der von Claudia Latzel-Binder und Kai-Uwe Jochims in bewährter Manier moderierten Veranstaltung. In Form von kleinen humorvollen Interviews stellten die beiden die besonderen Verdienste der geehrten Personen dem Publikum vor.

Kurzweilig, informativ und mit großer Anerkennung für das Geleistete führten beide im Wechsel durch das Programm der Matinee. Dass all dies nicht selbstverständlich ist, verhehlte Volker Sonneborn ebenfalls nicht – insbesondere in bewegten Zeiten, in der sich die Gesellschaft derzeit befindet. Gerade deshalb hob er die besonderen Werte hervor, die Ehrenamtliche täglich wie selbstverständlich leben – und damit als Vorbilder für alle agieren: „Engagement, Solidarität, Hilfsbereitschaft: Das ist im Ehrenamt selbstverständlich – aber es ist nicht selbstverständlich. Manchmal ist das sichtbar – und manchmal passiert es im Verborgenen. Viele Engagierte machen aus ihrer großen Leidenschaft kein großes Ding. Sie sind einfach da, ganz ohne Erwartungen, ganz selbstverständlich. Wir wollen dieses Engagement sichtbar machen, darüber reden: Ehre, wem Ehre gebührt. Denn ohne euch alle wäre unsere Stadt der Dörfer um so vieles ärmer“, betonte der Bürgermeister, der in diesem Kontext einerseits dem ehrenamtlichen Dotzlarer Team dankte, das die Gäste bewirtete – und dem Bad Berleburger Blasorchester sowie der Musikschule Wittgenstein für die Begleitung des Ehrungsreigens. Insbesondere letztere diente zugleich als Paradebeispiel für den großen Stellenwert von Bildung und Ehrenamt in der Stadt der Dörfer – trotz des erforderlichen angekündigten Sparkurses der Stadt Bad Berleburg. Angesichts erheblicher Kostensteigerungen durch gesetzliche Änderungen benötigt die Musikschule eine stärkere finanzielle Unterstützung als bisher. Deshalb entscheiden die städtischen Gremien in der laufenden Plenarwoche über eine deutliche Erhöhung des Zuschusses im städtischen Haushalt. „Es geht uns darum, die musikalische Bindung nicht nur in Bad Berleburg zu erhalten, sondern noch stärker mit unseren Nachbarn aus Bad Laasphe und Erndtebrück aufzustellen. Wir wollen besonders den Kindern und Jugendlichen in unserer Wittgensteiner Heimat eine bezahlbare und wohnortnahe musikalische Förderung auch weiterhin ermöglichen“, verriet Volker Sonneborn, der dieses Vorgehen als beispielhaft für die enge Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt in der Stadt der Dörfer betrachtete.

Volker Sonneborn selbst war es dann auch, der die erste und letzte Ehrung des Tages übernahm (alle Ehrungen siehe Infobox). Die Ehrenamtlichen der Dorfläden Berghausen, Girkhausen und Wingeshausen erhielten eine besondere Ehrung aus den Händen des Bürgermeisters – und zum Abschluss Sonja und Bernd Stabel aus Rinthe ihre Jubiläumsehrenamtskarten. Gemeinsam kommt das Paar seit den 1980er Jahren auf über 100 Jahre Ehrenamt in verschiedenen Vereinen und Institutionen in ihrer Ortschaft.

Bildunterschrift: Großer Bahnhof für das Ehrenamt: Stellvertretend ehrte die Stadt Bad Berleburg im Rahmen ihrer Matinee zahlreiche Engagierte.

(Foto: Stadt Bad Berleburg | Stand: 20.03.2026, 15:30 Uhr)