Bad Berleburg. (icr) Bei der Jahresdienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bad Berleburg am vergangenen Samstag wurde deutlich: Die Feuerwehr steht vor wachsenden Herausforderungen, kann sich dabei jedoch auf eine starke Gemeinschaft und breite Unterstützung verlassen.

Gleich zu Beginn der Versammlung fand Matthias Limper, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Berleburg, nachdenkliche Worte. Mit einem Zitat von Bundeskanzler Friedrich Merz – „Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden“ – verwies er auf die angespannte weltpolitische Lage. Diese betreffe zwar noch nicht direkt den Feuerwehralltag, zeige aber, wie wichtig funktionierende Sicherheitsstrukturen vor Ort seien. Die Feuerwehr, so Limper, sei ein wichtiger Teil der Sicherheit in der Region – genauso wie die gesamte „Blaulichtfamilie“. „Wir sind immer da, an 365 Tagen im Jahr“, betonte er. „Denn wenn nicht wir – wer dann?“ Auch Kreisbrandmeister Thomas Tremmel fand lobende Worte für die Berleburger Kameradinnen und Kameraden: „Ich bin stolz auf euch. Wir halten als Blaulichtfamilie zusammen – ohne die Frage nach Zeit und Geld. Egal wem wir helfen, wir helfen.“ Unterstützung bekommt die Feuerwehr auch von der Stadt Bad Berleburg. Bürgermeister Volker Sonneborn bedankte sich per Videobotschaft für die Arbeit der Einsatzkräfte und lobte deren Professionalität und Verlässlichkeit.

Als Zeichen der Wertschätzung plant die Stadt, im Jahr 2026 über zwei Millionen Euro in die Feuerwehr zu investieren. Ein wichtiger Teil dieser Investitionen betrifft die Feuerwehrgerätehäuser. Das neue Gerätehaus in Alertshausen ist bereits fertiggestellt und soll im Mai offiziell eingeweiht werden. Gleichzeitig wird dort auch das neue Tanklöschfahrzeug TLF 3000 übergeben. Auch die Gerätehäuser in Berghausen und Raumland sollen – wenn alles nach Plan läuft – noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Darüber hinaus sind kleinere Umbauten an weiteren Standorten geplant. Außerdem wird weiter in neue Fahrzeuge und moderne Ausrüstung investiert.
Ein Blick auf die Einsatzstatistik zeigt: Das vergangene Jahr war für die Feuerwehr alles andere als ruhig. Insgesamt wurden 372 Alarmierungen zu 208 Einsätzen registriert. Damit für die Berleburger Feuerwehr zu genau so vielen Einsätzen wie im Jahr zuvor. Die Zahl der Alarmierungen war jedoch deutlich höher. Dies sei den Anpassungen der AAO (Alarm- und Ausrückeordnung) geschuldet, erklärte Matthias Limper. Man alarmiere so tagsüber lieber ein Fahrzeug mehr, damit wirklich genug Einsatzkräfte vor Ort sind.
Die meisten Einsätze fielen in den Bereich der technischen Hilfeleistung, etwa bei Unfällen oder Unwetterschäden. Daneben musste die Feuerwehr 41 Brände bekämpfen, darunter auch zehn Waldbrände.

Hinzu kamen 36 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Solche Anlagen sind zwar wichtig, um Brände frühzeitig zu erkennen und wertvolle Zeit zu gewinnen. Allerdings können sie nicht unterscheiden, ob tatsächlich ein Feuer ausgebrochen ist oder ob beispielsweise menschliches Fehlverhalten oder technische Probleme den Alarm ausgelöst haben.
Auch personell entwickelt sich die Feuerwehr positiv. Insgesamt gehören derzeit 807 Mitglieder zur Feuerwehr Bad Berleburg. Davon sind 125 Frauen und 682 Männer. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs von elf Mitgliedern. Für den Einsatz besonders wichtig sind die 183 Atemschutzgeräteträger, die bei Bränden in verrauchte Gebäude vorgehen können. Zusätzlich wird die Feuerwehr von über 2000 fördernden Mitgliedern unterstützt, die den Einsatzkräften finanziell und ideell den Rücken stärken.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Jugendfeuerwehr. Mit 182 Mitgliedern erreicht sie einen absoluten Höchststand. Neun Jugendliche konnten im vergangenen Jahr in die aktive Wehr übernommen werden – ein wichtiger Schritt, um auch in Zukunft genügend Einsatzkräfte zu haben.

Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze der Jugendfeuerwehr gab Mario Schuppener (li.) sein Amt als Stadtjugendfeuerwehrwart ab.

Nach 20 Jahren an der Spitze der Jugendfeuerwehr gab Mario Schuppener sein Amt als Stadtjugendfeuerwehrwart ab. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, erklärte er, schließlich sei die Jugendarbeit für ihn immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Seine Nachfolge übernimmt Svenja Kroh als neue Stadtjugendfeuerwehrwartin. Unterstützt wird sie von ihren Stellvertretern Lukas Brune und Davin Schenkel. Kroh zeigte sich optimistisch: Die Jugendfeuerwehr sei stark aufgestellt und wachse weiter – eine wichtige Grundlage für die Zukunft der Feuerwehr.

Auch bei der Aus- und Weiterbildung waren die Feuerwehrleute sehr aktiv. Auf Standort- und Kreisebene wurden zahlreiche Lehrgänge durchgeführt, darunter Ersthelfer, Truppmann, Sprechfunk, Truppführer, Technische Hilfe Wald, ABC-A, Atemschutzgeräteträger sowie Maschinist Drehleiter. Insgesamt 137 Feuerwehrangehörige nahmen daran teil.
Darüber hinaus besuchten 100 Kameradinnen und Kameraden Seminare und Webinare beim Institut der Feuerwehr und beim Verband der Feuerwehren. Alle Lehrgänge wurden erfolgreich abgeschlossen.
Bei der Versammlung wurden außerdem 26 Feuerwehrmitglieder befördert. Zusätzlich gab es Ehrungen für langjährigen aktiven Dienst und Verabschiedungen. Eine ganz besondere Auszeichnung erhielten fünf Kameraden: Für 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden Heino Taube, Klaus Langenberg, Siegfried Hippenstiel, Wilhelm Heinrich Dickel und Ulrich Bald mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold mit Kranz geehrt.

Zahlreiche Kameradinnen und Kameraden erhielten Auszeichnungen für ihren langjährigen aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr.

Zum Abschluss der Versammlung betonte Wehrleiter Matthias Limper noch einmal, wie wichtig Zusammenhalt und Engagement für die Zukunft der Feuerwehr sind. „Die Zukunft können wir nur gemeinsam gestalten“, sagte er – ein Satz, der den Geist der Feuerwehr in Bad Berleburg gut zusammenfasst.

Bildunterschrift: (v.l.) Gabi Mengel (Vorsitzende), Luise Höse, Marion Vorbau, Manfred Schütz, Renate Schröter, Reinhild Saßmannshausen, Kathrin Hackler (Chorleiterin).

(Foto: I. Rockel | Stand: 10.03.2026, 15:30 Uhr)