Düsseldorf. Sie sind Anlaufstellen für Ideen, Möglichmacher für Projekte und eine leitende Hand für Neuheiten im Leben von tausenden Bürgern – die Rede ist von den Lokalen Aktionsgruppen (LAG) der 372 LEADER-Regionen in ganz Deutschland. Tausende Projekte zur Förderung und Entwicklung des ländlichen Raumes wurden in den vergangenen Jahren mit ihrer Hilfe umgesetzt und haben einen merklich positiven Fußbadruck in den ruralen Regionen Deutschlands und Europas hinterlassen. Das EU-Förderprogramm LEADER, das steht außer Frage, ist die Triebfeder für unzählige Verbesserungsmöglichkeiten des ländlichen Lebens und für die Menschen dieser Gegenden. Gelder, die gezielt Missstände bekämpfen, Ideenreichtum belohnen und Innovationen hervorgerufen haben. Gelder, die wirklich dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden: Bei den Menschen in den Regionen. Auch in Wittgenstein ist der Einfluss der LEADER-Förderung deutlich spürbar. Groß- und Kleinprojekte haben in den letzten zehn Jahren das Bild des Altkreises mitgestaltet, das Ehrenamt gestärkt, Anlaufpunkte und zukunftsorientierte Strukturen in der Heimat geschaffen.
Doch trotz des riesigen Erfolgs steht die Fortführung des Förderprogramms mehr denn je auf wackligen Beinen. Denn die Europäische Union überdenkt derzeit den „Mehrjährigen Finanzrahmen“ und somit auch die Mittelvergabe des Entwicklungskonzepts. Aktuell kommen 80 Prozent der Fördermittel von der EU – doch dies soll sich drastisch ändern. Ob und in welcher Form LEADER in Wittgenstein, Deutschland oder in Europa weiter existieren kann, steht in den Sternen.
Es wäre ein harter Schlag ins Kontor der ländlichen Bevölkerung. Ein Einschnitt, den die 45 Lokalen Aktionsgruppen in Nordrhein-Westfalen nicht einfach hinnehmen wollen. Grund genug für die Vertreter der einzelnen Regionen, um ihrer Stimme im Landtag Gehör zu verschaffen und in den Austausch mit den politischen Abgeordneten zu gehen. Das Ziel dabei war simpel: Die Wichtigkeit der LEADER-Förderung für die heimische Bevölkerung deutlich machen und zeigen, dass diese gezielt eingesetzten Gelder existenziell für die Fortentwicklung ruraler Gegenden ist.

„Bei diesem Treffen in Düsseldorf ging es uns darum, Flagge zu zeigen und deutlich zu machen, wie wichtig LEADER war und ist. Die Menschen unserer Region haben endlich das Gefühl, dass die EU dadurch bei den Bürgern ankommt, wir nicht vergessen werden. Unser Wunsch ist es, dass LEADER weiterläuft“, positioniert sich Holger Saßmannshausen, LAG-Vorsitzender Wittgensteins, klar zu einem Erhalt des Förderprogramms in bewährter Form.
Gemeinsam mit seinen Kollegen stellte Saßmannshausen verschiedenste heimische Projekte vor, um im politischen Raum nachhaltig die Dringlichkeit der LEADER-Förderpauschale zu verdeutlichen. Ein Appell, der durchaus auf offene Ohren bei den Abgeordneten, der NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen sowie NRW-Landtagspräsident André Kuper stieß, die sich persönlich dem dringenden Anliegen der einzelnen Regionen annahmen.
Mit dabei war indes auch Anke Fuchs-Dreisbach, Landtagsfraktionsmitglied und gebürtig aus Wittgenstein. Die Politikerin selbst hat immer wieder für die Belange ihrer Heimatregion geworben und ist große Unterstützerin des LEADER-Förderprogramms. „Ich sehe die Verbesserungen in den heimischen Dörfern mit eigenen Augen und weiß, was es den Menschen in Wittgenstein bedeutet. LEADER ist ein Schlüssel zur Weiterentwicklung von ländlichen Regionen und hilft genau dort, wo Bedarf ist. Schön ist, dass die Ideen von Einheimischen kommen, die genau wissen, wo der Schuh drückt und was vor Ort sinnvoll ist.“
Doch wie geht es nun weiter mit den EU-Fördergeldern? Schließlich warten noch haufenweise Projektideen auf ihre Umsetzung, Raum für Verbesserungen ist noch immer vorhanden und die Weiterentwicklung des Lebensraums in Wittgenstein hat weiterhin Priorität. „Wir brauchen Fürsprecher, um in Brüssel gehört zu werden. Wir wollen weitermachen, aber leider sehen offenbar nicht alle das Positive der Förderung. Wir sind aber der Meinung, dass es hierfür zu kämpfen gilt“, erklärt Holger Saßmannshausen energisch.
Das sehen indes auch viele Menschen so, die mit LEADER in Kontakt gekommen sind. Mit der Unterstützung der Bevölkerung sowie der Lokal- und Landespolitik hat der Kampf für die Fördergelder starke und vor allem viele Mitstreiter – einhergehend mit dem Wunsch, dass diese Entwicklungsförderung noch lange Jahre das Leben der ländlichen Regionen nachhaltig verbessert.
Bildunterschrift: Die Vertreter der 45 Lokalen Aktionsgruppen (LAG) Nordrhein-Westfalens machten im Landtag in Düsseldorf deutlich: LEADER muss in NRW weiterlaufen.
(Foto: Landtag NRW | Stand: 17.02.2026, 14:11 Uhr)





