Bad Berleburg. (mb) Niemand schlendert wohl gerne beim Einkaufsbummel durch die Straßen und schaut sich leerstehende Ladenlokale an. Und dennoch: Leerstand ist ein allgegenwärtiges Problem in den meisten Städten. Auch in Bad Berleburg gibt es das ein oder andere Schaufenster, das leere Räume und blanke Wände offenbart. Jedoch sind diese Geschäfte nicht an einem Ort gebündelt, sondern besser verteilt, weiß Bürgermeister Volker Sonneborn zu berichten.
Die Stadt Bad Berleburg hat sich also überlegt, wie man diese leeren Fensterfronten besser nutzen und gestalten kann. Und die Idee, die sich letztendlich durchsetzte, dürfte auch die Schülerinnen und Schüler von Bad Berleburgs Schulen freuen. Denn seit kurzem hängen in einigen nicht genutzten Schaufenstern Bilder, die im Unterricht an den Schulen gestaltet wurden – in den Unterschiedlichsten Farben und Stilen und mit den unterschiedlichsten Motiven.
Die Stadtverwaltung ist mit der Idee auf die Schulen zugegangen, Kunstwerken, die von Schülerinnen und Schülern erstellt wurden, eine Plattform zu geben. Eine Plattform, die sonst eher einer Einöde gleicht, wird so also zu einem Ort der Farbe und der Kreativität und wertet das Stadtbild deutlich auf. Doch nicht nur bei leerstehenden Ladenlokalen gibt es diese Möglichkeit. Auch bei Bürogebäuden, deren Schaufenster nicht benötigt werden, können so die jungen Künstlerinnen und Künstler präsentiert werden.
In den Unterrichtsstunden standen dabei diverse Themen auf dem Lehrplan. Von Aquarell über Landschaften im Schuhkarton bis hin zur Abstraktion. Diese Werke wurden von der Stadt Bad Berleburg gesichtet, die dann eine Auswahl getroffen hat. Was jedoch keine leichte Aufgabe war. Denn die Anzahl an Kunstwerken war überwältigend. Das bedeutet natürlich auch: Es gibt noch mehr als genug Bilder, um noch weitere Schaufenster zu schmücken oder um in den schon bestückten Schaufenstern neue Bilder zu präsentieren. Derzeit hängen etwa 20 Bilder in der Berleburger Kernstadt. „Wir haben uns gefreut, dass die eigenen Bilder ausgestellt werden.”, berichtet etwa Schülerin Nelli Rath.
“Man hat da ja auch viel Arbeit reingesteckt. Da sind wir sehr stolz drauf! Es ist schön, dass auch von den jungen Leuten was kommt und die Stadt nicht in alten Raum verfällt“, erzählt Nelli Rath weiter.
Solange die Räumlichkeiten nicht anders genutzt werden, könnten die aktuellen Kunstwerke und noch einige weitere zu sehen sein. Denn so wird der Leerstand bestens genutzt und aufgewertet und gleichzeitig die Kreativität der Schülerinnen und Schüler belohnt. Auch Bürgermeister Volker Sonneborn freut sich darüber: „Die Schülerinnen und Schüler diese Schaufenster gestalten zu lassen ist optimal.Das sind ganz tolle Bilder, die ihr gemalt habt. Vielen Dank dafür!“, gleichzeitig richtet Sonneborn seinen Dank auch an die Händler und Gebäudebesitzer, die diese Schaufenster zur Verfügung gestellt haben. „Natürlich streben wir aber auch eine langfristige Lösung für den Leerstand an.“ Dabei könnten die Bilder vielleicht sogar helfen: Sie lenken die Aufmerksamkeit auf die Ladenlokale und zeigen somit die Möglichkeit auf, dort ein Geschäft zu eröffnen. Eine Win-win-Situation also für alle Beteiligten.

Bildunterschrift: Schülerinnen und Schüler, Schulen, die Stadtverwaltung und der Einzelhandel freuen sich allesamt über die kreative Gestaltung der leerstehenden Schaufenster in Bad Berleburg.
(Fotos: M. Burk | Stand: 16.01.2025, 12:06 Uhr)





