Wittgenstein. Wenn sich das Quecksilber zwischen Niederdresselndorf und Eslohe, zwischen Girkhausen und Oberfischbach frostige Temperaturen anzeigt, wird es zur Herausforderung, eine Kirche zu heizen. Eine Nachfrage im Kirchenkreis zeigt, wie flexibel die Gemeinden zwischen Januar und März reagieren – mit teils überraschenden Ergebnissen. Pfarrer Steffen Post meldet etwa aus Bad Laasphe, dass man zu Beginn des Jahres 2026 die Winterkirche erneut aussetzen werde. Durch den Rhythmus des Gottesdienstplanes in den Wintermonaten von Januar bis März finden höchstens vier bis fünf Gottesdienste in der Ev. Stadtkirche statt. „Für diese geringe Zahl lohnt der organisatorische Aufwand nicht, das Gemeindehaus umzuräumen“, so Steffen Post. Gleichwohl hat man in Bad Laasphe Erfahrung mit der Winterkirche: „Wir haben viele Jahre lang regelmäßig Winterkirche in Bad Laasphe und Niederlaasphe mit Gottesdiensten im Gemeindehaus in Bad Laasphe und im an den Kirchraum angrenzenden Gruppenraum in der Kirche Niederlaasphe durchgeführt. „Wie wir uns hinsichtlich Winterkirche ab 2027 aufstellen, wird dann von konzeptionellen Überlegungen hinsichtlich Gebäude und Personalsituation abhängen, die im nächsten Jahr anstehen“, so Steffen Post.
Klaus Saßmannshausen berichtet aus Girkhausen, dass die Kirchengemeinde Girkhausen in den Monaten Januar bis März das Konzept der Winterkirche nutzt. „Die Heizung wird dann komplett abgestellt Mit den Gottesdiensten und Veranstaltungen weichen wir in dieser Zeit in den Treffpunkt Oster in das ehemalige Gemeindehaus aus. Wir machen die Winterkirche jetzt seit drei Jahren.“ In den drei Monaten Winterkirche habe man bereits viel Heizöl eingespart.
Die Lukas-Kirchengemeinde in Raumland setzt laut Pfarrer Dirk Spornhauer seit einigen Jahren in einigen Kirchen der Gemeinde auf Winterkirche. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht, so Spornhauer. Man ist mit den Gottesdiensten in Arfeld und Raumland ab dem 1. Januar in die nahegelegenen Gemeindehäuser umgezogen. In Berghausen, Weidenhausen und in Richstein werden die Gottesdienste weiterhin in den Kirchen stattfinden, weil es keine nennenswerten Einsparungen durch die Winterkirche gegeben hat und auch keine guten Alternativen bestehen. In den Kapellen Dotzlar und Sassenhausen werden keine Gottesdienste stattfinden. Diese Regelung gilt für den Zeitraum vom 1. Januar bis Ende März 2026.

Bildunterschrift: Bonifatius-Kirche in Raumland: Die Lukas-Kirchengemeinde hat gute Erfahrungen mit dem Konzept der Winterkirche gemacht.

(Foto: Miroslav Kandziora | Stand: 12.01.2025, 08:00 Uhr)