Bad Berleburg. Ein lauter Hilfeschrei ertönt aus der vierten Klasse der Burgfeldschule. Anlass ist ein Projekt mit dem Namen “LebenRetten – kinderleicht” – ein Projekt, das wirklich Leben retten kann. Statistisch sterben pro Tag deutschlandweit etwa 170 Menschen, weil die Basismaßnahmen bei einem plötzlichen Herztod nicht durchgeführt wurden. Im Ernstfall helfen lediglich 15 Prozent der Bundesbürger. Dabei verbessert ein Beginn der Reanimation durch Laien die Überlebenschance um das Zwei- bis Dreifache. Gerade deshalb ist es so wichtig, schon den Kindern die Angst zu nehmen und aufzuzeigen, wie sie helfen können.
Zurück zur Grundschule: Altersgerecht und anschaulich vermittelt Notärztin Dr. Claudia Lach den Kindern, was bei einem Notfall im Körper passiert und wie wichtig es ist, sofort Hilfe zu holen und wenn nötig umgehend mit der Wiederbelebung zu beginnen. Denn bereits nach drei Minuten ohne Sauerstoff sterben die ersten Gehirnzellen ab. Dafür wird an Übungspuppen zusammen die Herzdruckmassage im richtigen Takt zu den Songs „Staying Alive“, „We will rock you“ oder „Biene Maja“ geübt.
Szenenwechsel: beim Einkaufen im örtlichen Supermarkt bricht plötzlich eine Person zusammen. Schnell wird der Notruf abgesetzt und mit der Herzdruckmassage begonnen. Zum Glück gibt es in der Nähe einen Defibrillator. Die Kinder lernen den Umgang mit einem AED (Automatischen Externen Defibrillator), ohne dass dieser vorher vorgeführt wurde – auf das Zuhören kommt es jetzt an! Natürlich handelt es sich hierbei nur um ein Fallbeispiel, aber die Kinder sind mit sehr viel Leidenschaft bei der Sache und meistern die Situation souverän.
Der AED ist in der Lage einen plötzlichen Herztod zu erkennen und durch einen gezielten Stromschlag zu bekämpfen. Dabei wird bewusst ein Gerät genommen, wie es im Stadtgebiet beispielsweise im Rothaarbad oder im Bürgerhaus aufzufinden ist.
Bereits im zehnten Jahre führt Dr. Claudia Lach das Projekt “LebenRetten – kinderleicht” in den Bad Berleburger und Wittgensteiner Grundschulen durch und schult die Viertklässler zu potenziellen Lebensrettern.
In den siebten Schuljahren sorgt im weiteren Maik Duchhardt an den weiterführenden Schulen von Bad Berleburg für die Vertiefung dieses Wissens, bis dann eine erneute Wiederholung zur Führerscheinprüfung ansteht. So soll vor, in und nach der Pubertät ein Grundstock für im Notfall abrufbares Wissen entstehen, in der Hoffnung, es nie gebrauchen zu müssen, aber dennoch gut gerüstet zu sein.
Ein besonderer Dank gilt dem langjährigen Partner Castellan für die Bereitstellung eines Trainingsdefibrillators und der Kurapotheke Wolter für das Sponsoring der Flyer der Herzstiftung und der DLRG Ortsgruppe Bad Berleburg e.V. für die tatkräftige Unterstützung in allen Belangen rund um das Projekt.

Bildunterschrift: Dr. Claudia Lach erklärt den Schülern der Klasse 4A der Burgfeldschule woran man einen Notfall erkennt.

(Foto: Carsten Mosch | Stand: 22.12.2025, 08:00 Uhr)