Schüllar-Wemlighausen. Diese Dorf- und Häuserchronik erzählt weit mehr als bloße Daten und Bauwerke: Sie berichtet von Häusern, in denen Geschichten wohnen, von den Menschen, die in ihnen lebten, und von den Zeiten, die die Dörfer Schüllar und Wemlighausen geprägt haben. Die Idee, eine Chronik für Schüllar und Wemlighausen zu erstellen, entstand bei einem Treffen der Landfrauen. Im Mai 2018 besuchten die Landfrauen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein das Dorf Wemlighausen. Dabei wurde das Dorf in einem kurzen historischen Rückblick vorgestellt. Da es für Schüllar-Wemlighausen bislang kein Heimatbuch oder ähnliches Werk gab, reifte der Wunsch, eine umfassende Chronik zu erarbeiten.
Ende des Jahres 2018 machten sich sechs Frauen schließlich auf den Weg, die Dorfgeschichte zu dokumentieren und Hauschroniken zu erstellen. Es wurden zahlreiche Gespräche geführt sowie Erinnerungen, Fotos und Dokumente gesammelt. Besonders die älteren Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner unterstützten das Projekt mit ihrem reichen Wissen. Sie konnten viel über die Geschichte der beiden Orte berichten – insbesondere über alte Traditionen und Bräuche der Dorfgemeinschaft.
Zum 850-jährigen Jubiläum Wemlighausens im Jahr 2023 wurde in der Grundschule im Odeborntal eine Bilderausstellung gezeigt.
Sie stieß auf großes Interesse, vor allem auch bei jüngeren Besucherinnen und Besuchern. Diese positive Resonanz motivierte die Arbeitsgruppe, die Dokumentation der Geschichte sowie die Hauschroniken für Schüllar und Wemlighausen weiter voranzutreiben. Das Team der Landfrauen hatte im Zuge der Vorbereitung der Bilderausstellung auch männlichen Zuwachs bekommen.
Ursprünglich war eine gedruckte Fassung der Chronik geplant. Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten fand der Verein für Kultur- und Heimatpflege e.V. Schüllar-Wemlighausen (Projektträger) Unterstützung bei der LAG Region Wittgenstein e.V. (LEADER Wittgenstein). Über die sogenannte Kleinprojektförderung konnten rund 16.000 Euro eingeworben werden. Voraussetzung für den Erhalt der Mittel war unter anderem die Veröffentlichung als „lebendige Chronik“ im Internet. Die Fördermittel stammen von Bund und Land.
Die nun vorliegende Online-Veröffentlichung bildet eine solide Grundlage für die Weiterentwicklung der Chronik. Sie markiert nicht den Abschluss der „Chronik Schüllar-Wemlighausen“, sondern den Beginn einer lebendigen Fortsetzung. Die Dörferchronik lebt davon, dass Geschichten weitererzählt, Erinnerungen ergänzt und neue Beiträge beigesteuert werden. Mit der Bereitstellung im Internet sind alle eingeladen, aktiver Teil dieser erzählerischen Reise zu werden.
Die Geschichte der Dorfgemeinschaft Schüllar-Wemlighausen soll durch neue Stimmen fortgeschrieben werden. Ziel ist es, einen Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schaffen, damit kommende Generationen ein lebendiges Bild der Gemeinschaft erhalten. Die Vielfalt der beiden Dörfer soll gestärkt werden, indem unterschiedliche Lebenswege, Vereine, Erfahrungen und Traditionen gleichermaßen zu Wort kommen. So wird die Geschichte der Dörfer über die Zeiten hinweg gemeinsam weitergeschrieben – offen, lebendig und einladend zum Mitmachen.
Der Verein für Kultur- und Heimatpflege e.V. Schüllar-Wemlighausen und vor allem die „Arbeitsgruppe Dorfchronik“ bedanken sich sehr herzlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern.
Bildunterschrift: Margot Dörnbach, Hildegard Dickel, Jutta Frettlöh, Heinrich Pickhan, Karin Strackbein, Luise Sureth, Joshua Grund, Elmar Beckmann und Heiner Lückel präsentieren die Dorfchronik Schüllar-Wemlighausen. Es fehlen Anne Grauel und Jochen Grund.
(Foto: M. Burk | Stand: 20.12.2025, 08:00 Uhr)





