Bad Berleburg. (mb) Es ist wieder die Zeit des Jahres, in der auf‘s Geld geschaut wird. Einerseits sicherlich um die zu besorgenden Weihnachtsgeschenke zu planen, doch für die Kommunen werden derzeit die Haushaltsentwürfe für das Jahr 2026 fällig. Welche Päckchen unter dem Bad Berleburger Weihnachtsbaum liegen werden hat die Stadtverwaltung nun vorgestellt. Dabei finden sich im Haushaltsentwurf der Odeborn-Stadt auch weiterhin einige Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Brandschutz, wie auch Änderungen bei Gebühren und Steuern. Für das folgende Jahr wird mit einem Plandefizit von rund 4,69 Millionen Euro gerechnet – einem geringeren Defizit also als im Vorjahr. Dabei stehen Erträgen von 62,46 Millionen Euro Aufwendungen von etwa 67,16 Millionen Euro entgegen. Die wichtigsten Einnahmen sind dabei die Gewerbesteuereinnahmen. Diese werden mit etwa 16,82 Millionen Euro geplant. Der Hebesatz wird dabei nicht verändert. Somit haben auch im kommenden Jahr die Gewerbetreibenden Planungssicherheit. Noch in 2024 wurde eine erhöhung der Gewerbesteuer angekündigt. Dass man nun darauf verzichtet ist ein klares Signal in Richtung Handel und Gewerbe, dass die Stadt auf die weiterhin angespannte wirtschaftliche Situation Rücksicht nimmt. Der Wert der Gewerbesteuereinnahmen geht seit 2023 regelmäßig zurück, jedoch liegt er immer noch deutlich über den Werten vor der Corona-Pandemie. Aufgrund der gesunkenen Steuerkraft kann die Stadt dafür aber mit mehr Schlüsselzuweisungen des Landes NRW rechnen. Statt den bisherigen 1,6 Millionen Euro werden diese im Jahr 2026 wohl rund fünf Millionen Euro betragen.
Verändern wird sich stattdessen jedoch die Grundsteuer. Geplant werden aus den Grundsteuern A und B zusammengerechnet rund 3,56 Millionen Euro Einnahmen. Der Hebesatz für die differenzierte Grundsteuer B, also Wohngrundstücke, wird von zuletzt 592 Prozent auf 650 Prozent steigen. Damit liegt Bad Berleburg jedoch noch immer deutlich unter dem durchschnittlichen Wert in Siegen-Wittgenstein von zuletzt 717 Prozent. Für Die Bürgerinnen und Bürger soll sich das jedoch im Durchschnitt kaum bemerkbar machen.
Dank sinkender Kosten für Gebühren dürfte sich für die meisten Bürgerinnen und Bürger in finanzieller Hinsicht nichts ändern. Besonders die Schmutzwassergebühr soll dabei merkbar sinken. So soll die Verbrauchsgebühr von 3,15 Euro auf 2,80 Euro pro Kubikmeter sinken.
Der größte Block der geplanten Investitionen ist die Verkehrsinfrastruktur. In diese sollen rund 5,67 Millionen Euro fließen. Darin enthalten sind Maßnahmen wie der zweite Bauabschnitt der Berleburger Entlastungsstraße, der Straßenausbau in Wemlighausen und Wingeshausen oder der Neubau der Heilbachbrücke in Aue. In die Brandschutz-Infrastruktur werden 1,83 Millionen Euro investiert, darunter in neue Feuerwehrfahrzeuge, in die Gerätehäuser und in die Löschwasserversorgung in Arfeld. In die Schulinfrastruktur fließen etwa 1,74 Millionen Euro, die den Ganztagsausbau der Burgfeldschule sowie die Ausstattung der Chemie-Räume am Gymnasium und an der Realschule neben weiteren Projekten finanzieren sollen.
Keine Investition, jedoch am deutlichsten im Geldbeutel zu spüren ist die Kreisumlage. Diese macht mit etwa 25,41 Millionen Euro knappe 40 Prozent des Gesamthaushalts aus. Dabei wurde schon eine Forderung der Bürgermeisterkonferenz berücksichtigt, laut der die bisher geplante Kreisumlage noch gesenkt werden soll. Doch für Kämmerer Manuel Spies ist klar: „Es kann und wird auf Dauer so nicht funktionieren.“
Das geplante Defizit von 4,69 Millionen Euro kann noch durch eigene Rücklagen gedeckt werden, weshalb der Haushalt als fiktiv ausgeglichen gilt. Den Haushaltsplan aufzustellen war eine Herausforderung, wie Bürgermeister Volker Sonneborn berichtete: „Wir mussten angesichts steigender Kostenblöcke gemeinsam neue Lösungsansätze und -wege finden – und das ist uns gelungen. Wir konnten dabei eine Erhöhung der Gewerbesteuer für unsere Unternehmen erneut vermeiden und die Bürgerinnen und Bürger unterm Strich ebenfalls nicht zusätzlich belasten. Das war nur möglich, durch starke Unternehmen vor Ort und weil wir ein tolles Team haben.“  Über den Haushaltsentwurf wird am Montag, 15. Dezember in der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt.

Bildunterschrift: Stellten den Haushaltsentwurf für 2026 vor: Dezernent Christoph Koch, Abteilungsleiter Finanzen Patrick Willkommen, Kämmerer Manuel Spies und Bürgermeister Volker Sonneborn (v.l.).

(Foto: M. Burk | Stand: 29.11.2025, 08:00 Uhr)