Erndtebrück. Die Gemeinde Erndtebrück hat den Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 veröffentlicht. Dabei besonders auffällig sind eine ganze Reihe an Investitionen, aber auch eine sehr bemerkbare Kreisumlage. Gleichzeitig werden etwa die Gewerbesteuereinnahmen optimistisch geschätzt. Doch von vorne: Auf der Einnahmen-Seite werden Erträge von rund 35,7 Millionen Euro erwartet. Der größte Teil davon sind die Gewerbesteuereinnahmen, die auf neun Millionen Euro geschätzt werden. Auf der Ausgaben-Seite steht eine Summe von 37 Millionen Euro. Davon gehen alleine 20,3 Millionen Euro als Kreisumlage vom Konto. Also rund 55 Prozent der Gesamtausgaben. Das sind 11,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Ursächlich hierfür sind zum einen die hohen Umlagegrundlagen im Referenzzeitraum – hier wirken sich insbesondere die hohen Gewerbesteuererträge im ersten Halbjahr 2025 aus und machen einen Mehraufwand an Kreisumlage von 9,9 Millionen Euro aus –, zum anderen führt der Anstieg des Hebesatzes 2026 der Kreisumlage um 5,51 Prozentpunkte zu einem Mehraufwand von 1,6 Millionen Euro. „Dass wir – wie nahezu alle Kommunen in NRW – trotz hoher Gewerbesteuererträge keinen strukturellen Haushaltsausgleich erreichen können, zeigt, wie prekär die Finanzsituation der Kommunen weiterhin ist. Die Kommunen brauchen dauerhaft deutlich mehr Mittel, nicht nur einzelne Programme zur Entschuldung oder für Investitionen, die zwar hilfreich sind, nicht aber die chronische Unterfinanzierung der Kommunen lösen“, macht Kämmerin Petra Göbel deutlich. Auch einige Investitionen sind auf der Seite der Ausgaben aufgelistet. Über 12,4 Millionen Euro werden in Projekte wie ewa die Abwasserbeseitigung, den Straßenbau, die Gemeindeentwicklung und Dorferneuerung, in Schule, Bildung und Sport sowie in die Sicherheit und Brandschutz gesteckt. So erhält etwa die Löschgruppe Schameder ein neues Löschfahrzeug für etwa 0,76 Millionen Euro, Die Flurbereinigung in Womelsdorf wird fortgesetzt, und in die Planung für den Neubau der Grundschule wird eine Million Euro investiert. In den Straßenbau sollen 2,9 Millionen Euro fließen, davon ein großer Teil in den Ausbau der Breidenbachstraße. Mit Investitionen über 3,9 Millionen Euro ist die Abwasserbeseitigung das Schwerpunktthema. Hier fließen 1,3 Millionen Euro in den Neubau der Rechenanlage der Kläranlage und 1,2 Millionen Euro in die Regenwasserbehandlung im Grünewald. Summa Summarum ist im Haushalt also bei Ausgaben von 37 Millionen und Einnahmen von 35,7 Millionen Euro ein Defizit von 1,3 Millionen Euro geplant. Aufgrund der Ausgleichsrücklage kann der Fehlbedarf jedoch abgedeckt werden, weshalb der Haushalt als (fiktiv) ausgeglichen gilt.
Bildunterschrift: Kämmerin Petra Göbel und Bürgermeister Henning Gronau stellten den Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 vor.
(Foto: Gemeinde Erndtebrück | Stand: 19.11.2025, 08:00 Uhr)





