Bad Berleburg. (mb) „Es soll Menschen geben, die fahren zwar jetzt schon ein paar Jahre Auto aber die haben seit ihrer Geburt keinen anderen Bürgermeister kennengelernt als Bernd Fuhrmann“, würdigte Volker Sonneborn Bad Berleburgs ersten Bürger und den wohl dienstältesten in diesem Amt. An jenem Freitagabend, 31. Oktober, endete die Amtszeit von Bernd Fuhrmann. Pünktlich um Mitternacht ging dieses Amt an den bisherigen ersten Beigeordneten und frisch gewählten Nachfolger Volker Sonneborn über. Um einen würdigen Abschied zu ermöglichen, wurde eine Party im Foyer des Bürgerhauses organisiert, von der Fuhrmann nur Ort, Zeit und Datum mitgeteilt bekam. Was ihn jedoch vor Ort erwartete, war ein Foyer gefüllt mit Menschen. Wegbegleiter, Mitstreiter, Rathausbelegschaft, Freunde, Persönlichkeiten aus Vereinen und Firmen. Kai-Uwe Jochims moderierte den Abend und bezog sich auf eines der liebsten Projekte von Bernd Fuhrmann: das Public Viewing im Bürgerhaus. Nach einem Finale wechselt oft der Trainer oder der Kapitän und verlässt die Mannschaft. Hier sei es der Bürgermeister. Es sei nun also kein WM-Finale, sondern eher ein „BM-Finale“. Dieses Finale wurde im Übrigen von der Band „The Cuters“ begleitet, die bei der anschließenden Kneipennacht direkt nebenan noch weiter spielten.
Dass Fuhrmann in der Stadt der Dörfer seine Spuren hinterlassen hat, daran besteht kein Zweifel. An diesem Abend jedoch wurde das für ihn noch einmal ganz deutlich. Kein Wunder also, dass er sichtlich gerührt war, während eine Videobotschaft nach der anderen auf dem großen Bildschirm im Foyer flimmerte und Fuhrmanns Arbeit würdigte. 31 Videobotschaften waren es insgesamt, die sich bei Bernd Fuhrmann für seine Arbeit bedankten und ihm alles Gute mit auf den Weg gaben.
Von Ina Scharrenbach, NRWs Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, Vertretern der kommunalen und überregionalen Politik und dem Bürgermeister der Partnerkommune Fredensborg über Vorstände von Jugendförderverein, Berleburg-Klubben, Kulturgemeinde und BLB-Tourismus bis hin zu Firmen wie Sparkasse und BIKAR zollten die unterschiedlichsten Menschen Bernd Fuhrmann an diesem Abend Respekt.

Die Gläser hoch: Der scheidende Bürgermeister zeigt sich dankbar und überwältigt von der Menge an Gästen, die ihn aus dem Amt verabschiedeten.


„Für mich ist es eine besondere Ehre, dein Nachfolger als Bürgermeister der Stadt Bad Berleburg zu sein“, so Volker Sonneborn zu seinem Vorgänger. „Aber ich werde nicht in deine Fußstapfen treten.“ Diese seien viel zu groß, so Sonneborn. „Und das will was heißen, denn ich habe Schuhgröße 49!“. Der Entscheidende Punkt sei außerdem nicht, wie der Weg aussieht mit den Fußstapfen, sondern das Ziel. Und dieses wolle man gemeinsam voran bringen. Nachdem der inzwischen neue Bürgermeister die Geschenke an seinen Vorgänger überreicht hatte und alle Videogrußworte abgespielt waren, war es an der Zeit, dass Bernd Fuhrmann selbst das Wort ergriff. Oder eher das Mikrofon, denn die Worte vielen ihm sichtlich schwer. „Ich gebe zu, diese Rede fällt mir nicht leicht. Vor allem deshalb nicht, weil so viele Menschen heute gekommen sind, um mich zu verabschieden“, so der von Emotionen überwältigte Fuhrmann. „Ich will euch allen ganz herzlich dafür danke sagen, dass ihr mich 21 Jahre unterstützt habt und dafür gesorgt habt, dass wir so verdammt viel hier bewegt haben. Herzlichen Dank an jeden einzelnen von euch!“ Fuhrmanns Rede endete mit einem letzten Wunsch: „Bitte unterstützt meinen Nachfolger Volker Sonneborn mindestens genau so gut, wie ihr das bei mir auch getan habt.“

Eines der Abschiedsgeschenke: Ein Bild von Bernd Fuhrmann – einem bekennenden Dortmund-Fan – der Sonneborns Bayern München-Tasse hält.

Bildunterschrift: Sie feierten einen würdigen Abschied im Berleburger Bürgerhaus: (v.l.) Pascal, Tim und Bernd Fuhrmann sowie Fuhrmanns Nachfolger Volker Sonneborn.

(Fotos: M. Burk | Stand: 04.11.2025, 14:18 Uhr)