Arfeld. Ein besonderer Atemschutzworkshop wurde den Bad Berleburger Atemschutzgeräteträgern aller Löschgruppen nun ermöglicht. Bereits im letzten Jahr gab es in Arfeld einen so genannten Atemschutzworkshop, um die Einsatzkräfte in der Materie noch fitter zu machen und intensiver zu schulen. Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr wurde der Workshop in diesem Jahr erneut angeboten, allerdings mit einer weiteren Besonderheit: Gesponsert wurde der Lehrgang dieses Mal von der Westenergie. Durch persönliche Kontakte bei einem vorherigen Lehrgang, bei dem Matthias Limper, Stadtbrandinspektor und selbst aktiver Feuerwehrmann in seiner Heimatlöschgruppe Arfeld, ergab sich die Möglichkeit einen spezifischen Lehrgang zu Gas- und Stromnotfällen durch die Westenergie zu absolvieren. Und: „Wir stellen in Bad Berleburg die Strom- und Gasversorgung. Dadurch ist es uns sehr wichtig, auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr für entsprechende Notfälle an unseren Anlagen zu schulen. Außerdem möchten wir den Einsatzkräften mit diesem Angebot einmal „Danke“ sagen für ihren Einsatz und ihr Engagement“, erklärte Jonas Leyener, der als Vertreter der Westenergie vom kommunalen Partnermanagement der Region Südwestfalen selbst während des gesamten Lehrgangs vor Ort war.

Als Ausbilder für die Feuerwehrleute konnte die Westenergie mit Peter Kraft von der Berufsfeuerwehr Bochum einen absoluten Fachmann gewinnen: Kraft kann nicht nur auf 36 Jahre Einsatzerfahrung in der Berufsfeuerwehr zurückblicken, er ist auch selbstständiger Brandschutztrainer und hat in vielen Trainingszentren Erfahrungen neben seinem Beruf gesammelt. Er verstand es, die 36 Teilnehmer unterhaltsam und lehrreich, oft mit Erfahrungen aus dem eigenen Einsatzleben für die Besonderheiten, die Gefahren und das Vorgehen bei Gas- und Stromunfällen zu sensibilisieren. Außerdem brachte er die Sinnhaftigkeit des Hohlstrahlrohres und den Einsatz der Wärmebildkamera noch einmal eindrucksvoll näher. Dies geschah sowohl in theoretischen, kurzweiligen Unterrichtseinheiten, als auch im Praxistraining. Am spektakulärsten war dabei sicher das Hohlstrahlrohrtraining an einer offenen Gasflamme. An einer Übungsanlage, die Peter Kraft eigens aus Bochum mitgebracht hatte, brachte er den Teilnehmern eindrucksvoll nahe, wie nah man mit einem korrekt eingestellten Hohlstrahlrohr und der so genannten Mannschutzbrause einer Flamme kommen kann. Das Wasser bildete dabei einen schützenden Schirm und die Einsatzkräfte konnten bis wenige Zentimeter direkt an die Flamme herantreten und sie so in Schach halten.
Doch nicht nur Peter Kraft hatte an seinen Ausbildungsstationen interessante Techniken zu bieten: Auch die Atemschutzausbilder der einzelnen Löschgruppen hatten sich für ihre Kameraden einiges einfallen lassen: Bastian Grebe, Atemschutzgeräteträger in der Löschgruppe Schüllar-Wemlighausen, simuliert an der Station von Peer Grund und Kim Müller den Ernstfall. Im Einsatz als Angriffstrupp kann es auch vorkommen, dass ein Atemschutzträger verunglückt und von einem Rettungstrupp aus dem Gefahrenbereich gerettet werden muss – auch wenn er nicht mehr gehfähig ist. Mit dem Einsatz einer Bandschlinge, die sich in der Zusatztasche der Atemschutzgeräteträger, oder in der persönlichen Ausrüstung eines Feuerwehrmannes befindet, zeigten Peer Grund und Kim Müller eindrucksvoll, welche verschiedenen Rettungs- und Tragemöglichkeiten es mit diesem einfachen Hilfsmittel gibt. Auch der Einsatz eines Karabinerhakens wurde im Kontext der Rettung näher gebracht. „Wir haben die Ausrüstung, wir machen nur zu wenig damit. Diese Materialien sind so unglaublich vielseitig“, machte Ausbilder Peer Grund deutlich.

Worauf es bei einer Atemschutzüberwachung ankommt und welche Verantwortung die Überwachung für die eingesetzten Kräfte hat, wurde an der Station von Nick Eggert und Alexander Schmeck deutlich. Hier lernten die Kameraden wichtige Bedingungen einer optimalen Überwachung kennen. An weiteren Stationen ging es darum, unter Atemschutz – wie in einem realen Einsatz – an seine körperlichen Belastungsgrenzen zu kommen und durch bestimmte Atemtechniken noch ruhig und sicher mit der noch verbleibenden Atemluft den Rückweg antreten zu können. Auch das durchklettern einer engen Holzkonstruktion unter schwerem Atemschutz gehörte zu den Aufgaben, denn ein Rückzugsweg kann in einem Brandfall sehr unwegsam sein. Bis zum späten Nachmittag übten und trainierten die 36 Kameraden routiniert ihr Alltagsgeschäft unter schwerem Atemschutz. Eine Leistung und eine Performance, hinter der die Feuerwehr Bad Berleburg sich nicht verstecken muss!


Bildunterschrift: Der anspruchsvolle und informative Lehrgang verlangte den Feuerwehrleuten und Ausbildern alles ab.
(Fotos: M.Böhl | Stand: 29.10.2025, 22:00 Uhr)





