Bad Laasphe. Der „Tag der Deutschen Einheit“ Anfang Oktober ist für den Kulturring Bad Laasphe traditionell Anlass für ein festliches, ein besonderes Konzert. Nach 2024 stand in diesem Jahr über dem Angebot zum zweiten Mal „British Proms Night“. Im Zeichen der Einheit brachte die Philharmonie Südwestfalen also britische Atmosphäre, Musik, Stimmung und außerdem auch noch Fähnchen in die Aula des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe. Passend dazu lag die Leitung des Orchesters bei Russell Harris, in London geboren und von 2003 bis 2011 Chefdirigent der heimischen Philharmonie. Der Veranstaltungs-Titel nimmt Bezug auf eine Londoner Institution: Promenaden-Konzerte gibt es in der britischen Hauptstadt seit Mitte des 18. Jahrhunderts, 1895 wurde die offizielle Reihe „The Proms“ begründet. Einen breiten Weg nach Deutschland fanden sie durchs Fernsehen. Der Norddeutsche Rundfunk übertrug jahrelang im dritten Programm die „Last Night of the Proms“, den Abschlussabend der Reihe, die London mit Dutzenden von breit gestreut klassischen Konzerten im Sommer versorgt. Auch am letzten Abend gibt es viel Klassik, aber ein Hauptaugenmerk liegt auf dem stimmungsgeladenen, immergleichen Abschluss.
Die Laaspher British Proms schauten in der ersten Halbzeit zunächst über Ärmelkanal, Biskaya und Nordsee nach Europa: Von Mozart über Puccini bis Rossini oder von Chatschaturjan bis Giménez y Bellido gab es Gassenhauer der Klassik. Nach der Pause hatte nicht nur Sopran Annika Rioux ihr Kleid gewechselt, Russell Harris trug nun statt der schwarzen Weste eine, die aus kleinen Großbritannien-Flaggen bestand. Auch über dem Programm der zweiten Hälfte des Konzerts wehte fast durchgängig die britische Fahne: Eric Coates‘ „London Suite“ führte in den Covent Garden, wo „My Fair Lady“ Blumen verkaufte und „I Could Have Danced All Night“ sang, der Brite Andrew Llloyd Webber ersann für das „Phantom der Oper“ das Lied „Wishing You Were Somehow Here Again“, und Alan Kitchen ließ die Zuhörenden einen wunderbaren Sonnenuntergang in der schottischen Grafschaft Argyll miterleben.
Schließlich kamen die begeisternden Routine-Kompositionen, die man aus den TV-Übertragungen kennt: Die „Fantasia on British Sea Songs“, bei der das Publikum zum Mitpfeifen, Mitsummen und Taschentuch-Mitschniefen eingeladen ist, man sich über eine Weihnachtslied-Melodie im Sommer wundern und das „Rule, Britannia“ mitschmettern kann, den Nummer-Eins-Hit aus jeder englischen Frauenhilfe „Jerusalem“ sowie das britische Eigenloblied „Land of Hope and Glory“. Wie in London durften die National-Hymne „God Save the King“ und der Jahreswechsel-Volkslied-Schlager „Auld lang syne“ nicht fehlen. All diese Lieder konnten die 150 Besucherinnen und Besucher in Bad Laasphe mitsingen, denn im Programmheft des Abends standen die Texte dieser Songs. Sogar der von der dritten Strophe des Deutschlandlieds, denn am 3. Oktober gehörte auch die deutsche Nationalhymne zu dem besonderen Konzert, das zwischendurch und am Ende mit langem Beifall honoriert wurde. Und vielleicht wird die „British Proms Night“ in Laasphe ja eine Tradition wie es die Londoner „Last Night of the Proms“ seit vielen Jahrzehnten ist. Irgendwann bringen die Gäste dann bestimmt selbst Fahnen mit und müssen nicht drauf warten, dass diese vom Veranstalter verteilt werden.

Bildunterschrift: Brillante Stimmung herrschte jetzt beim Konzert „British Proms Night“ mit der Philharmonie Südwestfalen zum „Tag der Deutschen Einheit“ in der Aula des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe.
(Fotos: J. Gesper | Stand: 15.10.2025, 08:00 Uhr)





