Bad Berleburg. (mb) Für viele Wittgensteinerinnen und Wittgensteiner ist es die erste Anlaufstelle, wenn es um Blumen, Pflanzen oder sogar Schmuck, Taschen und kreative Kleinigkeiten geht: Blumen Creativ ist seit nunmehr 30 Jahren eine feste Größe in der Berleburger Geschäftswelt. Nun werden Armin und Gisela Schmidt am Dienstag, 30. September, ein letztes Mal die Ladentür hinter sich zuziehen. Damit endet für das Ehepaar aus Dodenau ein besonderer Lebensabschnitt. Viel Energie und Herzblut steckten die Beiden in die Gestaltung, in den Verkauf, in das Binden von Blumensträußen und vor allem in die Beziehung zu ihren Kundinnen und Kunden. Nun nähert sich jedoch der Ruhestand. Für Armin (67) und Gisela (65) Schmidt ein ganz neues Kapitel. Doch von Anfang an: Am 1. Oktober 1995 übernahm Armin Schmidt den Blumenladen der Familie Marnitz, der in den selben Räumlichkeiten zu Hause war. Eine Idee der bisherigen Eigentümer selbst – man kannte sich nämlich. Sein Vater besaß eine Gärtnerei in Dodenau, die Expertise war also da. Schon früh war dann klar, dass sein Bruder die Gärtnerei in Dodenau übernehmen würde, während Armin Schmidt den Blumenladen in Bad Berleburg leiten würde. Und so geschah es dann auch. Den Anfang machten zunächst nur Schnittblumen und Topfpflanzen. Doch Ehefrau Gisela hatte die Idee, noch mehr anzubieten. So fanden dann auch Schmuck, Taschen Schals, Accessoires und Geschenkartikel ihren Weg in den Laden in der Poststraße.

Für die Schmidts konnte es kaum besser laufen: Sie fühlten sich von Anfang an in Bad Berleburg wohl, wie Armin Schmidt berichtet. „Wir sind sehr gut in Bad Berleburg aufgenommen worden“, lächelt er. Der Zusammenhalt und die Gemeinschaft waren stets Spürbar. Die Nähe zu den Kundinnen und Kunden immer ein antreibender Faktor. „Viele Kunden sind zu Freunden geworden!“, freut sich das Ehepaar. Entsprechend fällt es nicht gerade leicht, den Laden zu schließen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird nun bald die Ladentür ein letztes mal abgeschlossen, denn die Pläne für den nächsten Lebensabschnitt sind schon gemacht. „Wir haben einen Camper, den würden wir jetzt auch gerne einmal nutzen“, freut sich Gisela Schmidt. Außerdem: „Wir haben drei Enkel und würden gerne mehr Zeit für die Familie haben.“ Mit Sicherheit wird das eine Umstellung für die beiden sein. Doch in dieser Branche ist man es gewohnt, dass kein Tag wie der nächste abläuft. Der Übergang in den Ruhestand dürfte also gelingen. „Es ist ein anstrengender Beruf“, erklärt Armin Schmidt. Früh morgens müssen die frischen Blumen angeschnitten werden. „Wer das noch nie gemacht hat, merkt das schnell im Arm!“. Die neuesten Trend-Farben müssen bestellt werden, auf Messen werden Produkte gesucht und eingekauft, der Laden muss dekoriert und gestaltet werden, Auftragsarbeiten für Hochzeiten oder Trauerfeiern müssen zeitig geliefert werden, Blumensträuße gebunden werden und dabei natürlich noch der Laden geführt werden. Doch in all der Hektik hatte eines für die Blumenhändler immer oberste Priorität: „Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Kunden den Laden zufrieden verlassen“, schmunzelt Armin Schmidt. Wer so lange immer für seine Kundinnen und Kunden arbeitet, hat sich nun wohl auch seinen Ruhestand verdient. Doch dass das natürlich auch für die Kundschaft sehr schade ist, merkt man dieser Tage in ganz Berleburg. Ein Fazit hat das Paar nun kurz vor dem Ladenschluss: „Es ist ein Geschenk, 30 Jahre zu bestehen. Die Hilfsbereitschaft und der Zuspruch, den wir erfahren haben, waren ein absolutes Highlight. Wir sind rundum glücklich, wie wir die letzten 30 Jahre verbracht haben. Deshalb geht ein großes Dankeschön an die Kundinnen und Kunden!“

Bildunterschrift: Armin und Gisela Schmidt verabschieden sich in den wohlverdienten Ruhestand – nach 30 Jahren schließt der Laden Blumen Creativ in der Berleburger Poststraße.

(Foto: M. Burk | Stand: 18.09.2025, 08:00 Uhr)