Arfeld. (mb) Es ist das älteste Volksfest Wittgensteins: Die Arfelder Kirmes fand an diesem Wochenende bereits zum 393. Mal statt. Zurück geht die Kirmes auf das Kirchweihfest in 1632. Dem neu erbauten Kirchturm, der zuvor in 1616 mitsamt 68 Häusern abbrannte, wurde dieses Fest gewidmet. Seither wird es regelmäßig gefeiert. Ganz offiziell begann die Kirmes am Samstagabend mit dem Fackelzug. Doch Aktiv ist die Arfelder Burschenschaft schon deutlich länger. Mit dem Schlagen der Kirmesbäume, dem Wickeln der Girlanden, dem Aufstellen der Ehrenpforten, dem Aufbau des Festzeltes mitsamt Dekoration, Tischen und Bänken und vielem Mehr ist man die ganze Woche beschäftigt gewesen. Alles natürlich nach jahrelanger Tradition. Nach dem Fackelzug wurde dann kräftig zur Musik der Band „Elevation“ gefeiert. Am Sonntag formierte sich dann der große Festzug im Stedenhof. Ein besonderes Highlight für alle Arfelderinnen und Arfelder und ein gewiss ungewöhnlicher Anblick für alle Gäste von Außerhalb, denn hier werden die Kirmesbäume „gerüsselt“. Die Burschen schwingen die Bäume dabei abwechselnd springend auf und ab – während des ganzen Festzuges. So zieht der Festzug mit Pausen und unter musikalischer Begleitung des Musikvereins Müsen und dem Tambourkorps Wittgenstein Dotzlar etwa zwei Stunden durch den Ort, bis er am Schauplatz des Geschehens eintrifft. Im Festzelt am Sportplatz wurde die Kirmes dann vom Vorsitzenden Tim Keller eröffnet, der seinen Dank an alle Akteure richtete, vom Thekenteam über die Musikformationen bis hin zu den Senioren, ohne deren Erfahrung es diese Kirmes nicht geben würde. Nach der Eröffnung wird dann wieder ausgiebig gefeiert. Bei Musik vom Musikverein Müsen und der Band „SAM“ und Essen vom Steffes Hof aus Weidenhausen konnte man den Festsonntag passend ausklingen lassen. Pünktlich um 24 Uhr zog die Burschenschaft dann aus dem Festzug zur Grillhütte, wo bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde. Als Abschluss der Kirmeswoche gingen die Burschen am Montag im „Watzzug“ von Haus zu Haus, sammeln Eier und Schinken und backen daraus einen Eierkuchen. Nachdem die Kirmesbäume ein letztes Mal durch den Ort gezogen wurden, wurden sie begraben und damit offiziell die Kirmeswoche beendet, die sich mit allen Vorbereitungen acht Tage erstreckte.





Bildunterschrift: Die Arfelder Krimes zog wieder zahlreiche Gäste in das Festzelt beim Arfelder Sportplatz.
(Fotos: M. Burk | Stand: 09.09.2025, 14:52 Uhr)





