Girkhausen. (mb) Pünktlich um 8 Uhr morgens gingen in Girkhausen am Pfingstmontag die Sirenen los. Und damit auch die Melder der Freiwilligen Feuerwehr. Diese war darauf tatsächlich schon vorbereitet, denn jedes Jahr an Pfingstmontag steht die große Pfingstübung auf dem Plan. Mit mehreren Einsatzszenarien wurden zahlreiche Löschgruppen alarmiert, um bei der Schützenhalle ihr Können unter Beweis zu stellen. Was war das Szenario? In der Schützenhalle soll mit viel Waschbenzin der Frühjahrsputz erledigt worden sein. Gleichzeitig werkelten die Techniker des Vereins an der PV-Anlage herum. Dabei kam es zu einem Kurzschluss im Wechselrichter der Anlage. Durch die Reinigung mit Waschbenzin hatte sich ein gefährliches zündfähiges Gemisch gebildet. Mit einem lauten Knall zündete dieses dann. Dadurch waren dann der komplette Dachbereich, der Geräteraum und die sanitären Anlagen in Brand geraten. Durch Funkenflug und die lange Trockenheit gerieten dann auch die Wald- und Wiesenflächen im Umfeld in Brand. Auf der darunterliegenden Straße wurde das von einem Waldarbeiter beobachtet, der vor Schreck in den Gegenverkehr fuhr und einen schlimmen Unfall verursachte. Sofort rückten dann 121 Einsatzkräfte mit 19 Fahrzeugen aus, um des Geschehens Herr zu werden. Doch damit nicht genug, im Laufe des Einsatzes kamen noch ein paar Sonderlagen dazu. So musste etwa ein verunfallter Radfahrer versorgt, ein verunfallter Landwirt unter seinem Traktor befreit und ein in Seenot geratener Angler gerettet werden. Das alles gelang den Einsatzkräften mit Bravour. Dass bei so einem großen Szenario viele Einsatzkräfte gebraucht werden, dürfte wohl klar sein. Und die waren aus den unterschiedlichsten Orten angereist. Vor Ort waren die Löschgruppen aus Girkhausen, Schüllar-Wemlighausen, Dotzlar, Sassenhausen, Berghausen, Weidenhausen, Hemschlar, Arfeld, Bad Berleburg, Erndtebrück, Bad Laasphe, Rückershausen, Langewiese, Züschen und Raumland.
Übungsleiter René Marburger zeigte sich mit der Leistung sehr zufrieden. Innerhalb einer halben Stunde stand die Wasserversorgung und die Einsatzszenarien wurden gut abgearbeitet. Und auch die Vorbereitung hatte reibungslos funktioniert, denn nach der Übung würde noch zum Frühschoppen in die Schützenhalle eingeladen. Und dazu wurde natürlich auch die klassische Erbsensuppe von der Feuerwehr zubereitet. Bis zu sechs Wochen dauerte die Vorbereitung. Zusammen mit Jens Lauber und Silas Walter bereitete Marburger die Übung vor. Einen besonderen Dank richtete die Feuerwehr dabei auch an das Autohaus Kroh, das für die Simulation des Verkehrsunfalls einen PKW zur Verfügung stellte. Von der Einsatzfähigkeit der Feuerwehren überzeugte sich übrigens auch Kreisbrandmeister Thomas Tremmel. Sein Fazit: “Absolut gut!” Und zwar nicht nur der Einsatz selber, sondern auch die ganze Vorbereitung und Einsatzleitung ließen ihn staunen. Bei der Bergung einer Person aus dem verunglückten PKW packte er sogar selbst mit an und trug mit seinen Kameradinnen und Kameraden die Puppe mit der Trage von der Unfallstelle. Die Pfingstübung findet inzwischen schon seit mehreren Jahrzehnten statt. Ursprünglich wurden an Pfingstmontag die Gerätschaften überprüft. Daraus entwickelte sich eine Übung. Und zu dieser Übung wollten immer mehr Löschgruppen teilnehmen. Inzwischen ist die Pfingstübung längst eine Großübung, die viele Schaulustige anzieht – und natürlich eine großartige Gelegenheit, sich als Feuerwehr zu präsentieren und die Gemeinschaft und Kameradschaft zu pflegen.

Bildunterschrift: Bei der Pfingstübung in Girkhausen mussten Personen gerettet und Brände bekämpft werden: Die unterschiedlichsten Szenarien wurden von den Übungsleitern ausgedacht.

(Fotos: M. Burk | Stand: 12.06.2025, 08:00 Uhr)