Herbertshausen. Ein einfacher Platz mitten im Wald, ein Tisch, eine Bank – und doch ist er so viel mehr: Die „Schlesierbank“ oberhalb von Herbertshausen im idyllischen Banfetal ist seit Jahrzehnten ein Ort, der Menschen zusammenbringt. Früher wie heute.
Als die ersten Familien nach dem zweiten Weltkrieg aus Schlesien vertrieben wurden und in der Region eine neue Heimat suchten, errichteten sie hier, auf einer Anhöhe mit weitem Blick ins Tal, die erste Schlesierbank. Für die Vertriebenen war es weit mehr als ein bloßer Treffpunkt, es war ein Zeichen: für Ankommen, für Hoffnung, für einen Neuanfang. Mit Blick in die Ferne, in ein neues Leben. Diese Bank wurde zum stillen Zeugen einer Zeit, in der Heimat neu definiert werden musste – und ist bis heute ein Ort geblieben, der bewegt.
Viele Jahre später ist der Platz rund um die Schlesierbank noch immer ein Ziel für Wanderer, Radfahrer und Spaziergänger. Menschen aus dem Ort und von außerhalb treffen sich hier, um die Ruhe zu genießen, Kraft zu schöpfen oder einfach nur miteinander ins Gespräch zu kommen. Und dieser Platz hat nun – dank großem Engagement des Vereins „Untere Backhausgemeinschaft Herbertshausen e.V.“ – eine umfassende Modernisierung erfahren. Neue Sitzgelegenheiten und ein robuster Tisch haben die alten ersetzt, eine kleine Natursteinmauer rahmt den besonderen Ort nun ein. Und weil auch die Natur geschützt werden soll, ist ein Papierkorb aufgestellt worden. Insgesamt wurden rund 7.150 Euro in das Projekt investiert. 80 Prozent dieser Summe stammen aus dem Regionalbudget der LAG Region Wittgenstein. Diese Fördermittel werden der LAG vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und dem Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW bereitgestellt, um Kleinprojekte in der Region zu fördern.
„Wir sind sehr zufrieden mit der Umbaumaßnahme. Es ist ein wunderbarer Treffpunkt entstanden, der Besucher und Einheimische zum Verweilen einlädt. Uns war es wichtig, dass dieser geschichtsträchtige Ort fortlebt“, freut sich ein zufriedener Vorstand der Backhausgemeinschaft.
Denn Tradition, Geschichte und Dorfgemeinschaft soll in Herbertshausen auch in den nächsten Jahrzehnten gepflegt werden – mit der Modernisierung sieht sich der Verein damit auf einem guten Weg. Die Bank ist ein Ort, der Brücken schlägt – zwischen Vergangenheit und Gegenwart. „Es ist ein Ort, der Geschichte mit Aufenthaltsqualität verbindet – der atemberaubende Blick über das Banfetal tut sein Übriges hinzu“, schwärmt indes auch Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der LAG Region Wittgenstein, vom Treffpunkt am kleinen Köppchen. Und so gibt die Sanierung der Schlesierbank einem Ort, der schon so viel gesehen und erlebt hat, eine Zukunft. Eine Zukunft, in der weiterhin gilt: Wer hier sitzt, ist willkommen. Ganz gleich, woher er kommt.
Bildunterschrift: Holger Saßmannshause (Mitte, 4.v.l.), Vorsitzender der LAG Region Wittgenstein, freut sich gemeinsam mit den Mitgliedern der „Unteren Backhausgemeinschaft Herbertshausen“ über die neue Sitzgelegenheit.
(Fotos: J. Förster | Stand: 29.05.2025, 08:00 Uhr)





