Birkelbach. Ob es stürmt und Bäume auf der Straße landen, ob Autos von der Straße abkommen und Menschen geborgen werden müssen, oder ob Häuser brennen und Menschenleben in Gefahr sind: Wenn der Melder geht, eilen sie los, riskieren nicht selten ihr eigenes Leben, um das von anderen zu retten – getreu dem Motto „retten, löschen, bergen, schützen“. Die Rede ist natürlich von der Feuerwehr. Und in diesem Jahr feiern die Feuerwehren in Siegen-Wittgenstein ein besonderes Jahr, denn es ist Jubiläumsjahr. Seit der kommunalen Neugliederung besteht nun auch schon der Kreisfeuerwehrverband Siegerland-Wittgenstein. Im Grunde also ein „Doppeljubiläum“, wie es Landrat Andreas Müller in seinen Grußworten nannte. Denn auch der Kreis Siegen-Wittgenstein feiert dieses Jubiläum.
„Unser Motto ,wir feiern, was wir lieben‘ gilt bestimmt nicht nur für den Kreis, sondern ganz sicher auch für den Kreisfeuerwehrverband. Denn dass die Mitglieder unserer Feuerwehren nicht nur einen Job machen, sondern immer mit ganz viel Herzblut dabei sind, zeigt sich 365 Tage im Jahr rund um die Uhr – und das macht dieses Engagement auch so besonders!“, lobte der Landrat die Kameradinnen und Kameraden. Die Zahlen sprechen dabei eine ähnliche Sprache: 3.400 aktive Einsatzkräfte, 800 Kinder in den Kinderfeuerwehren, 1.161 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, rund 800 Mitglieder in der Ehrenabteilung, 234 in den Unterstützungsabteilungen und 152 Musikerinnen und Musiker. Und auch der gastgebende Bürgermeister Henning Gronau konnte noch ein weiteres Jubiläum drauflegen: „Es gab eigentlich keine bessere Idee, als das 50-jährige Jubiläum in einem Ort zu feiern, der selbst ein Jubiläum begeht.“ Denn Birkelbach feiert in diesem Jahr sein 550-jähriges Bestehen. Dass die Feuerwehr auch in den Orten tief verwurzelt sei, konnte Gronau mit eindrucksvollen Zahlen belegen: „Über 1.000 Menschen sind in Erndtebrück in der Feuerwehr organisiert – bei 7.000 Einwohnern. Es gibt Orte bei uns, da sind 90 Prozent der Einwohner Teil der Feuerwehr. Herzlichen Dank an euch alle, dass ihr so ein wichtiger Baustein unserer Gesellschaft seid!“, so der Bürgermeister.
Dass Feuerwehr wie Familie ist wusste Rainald Thiemann, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, zu berichten. „50 Jahre in der Blaulichtfamilie ist wie ein ganz normales Leben. Mit allen Höhen und Tiefen“, so Thiemann. Moderiert von Anne Willmes gab es dann drei Talk-Runden, in denen über Feuerwehr im allgemeinen und den Verband im speziellen im Laufe der Zeit, sowie über Vielfalt innerhalb der Feuerwehren gesprochen wurde. Und dass sich viel verändert hat, dürfte wohl wenig überraschen. Alleine schon die Gerätschaften: von Tragkraftspritzen gezogen von Traktoren, bis hin zu Drohnen mit Wärmebildkameras hat sich hier viel getan. Aber auch die Ausbildung hat sich verändert – und vor allem digitalisiert. Über die Relevanz der Sozialen Medien konnte etwa Felix Badermann, der als „Feuerwehr-Influencer“ über 50.000 Follower hat, berichten. Über die Leistungsnachweise konnte Uli Bald berichten, der seit dem ersten Leistungsnachweis jeden einzelnen mitgemacht hat.

Dass es in 50 Jahren nicht Langweilig wurde, dürfte klar sein. Dennoch hat der Festakt das noch einmal eindrucksvoll bewiesen. Mit einem Einsatz und einigen Ehrungen. Pünktlich vor Beginn der Veranstaltung gingen in der Halle einige Melder los. Das Stichwort: „Feuer 4“. Man sah schon, hier wird es ernst. Dachstuhlbrand in Oberndorf. Sofort sprangen einige Kameradinnen und Kameraden von ihren Tischen auf, und stürmten zu ihren Fahrzeugen. Auch hier konnten Menschen- und auch Tierleben gerettet und ein Nachbarhaus vor dem Feuer bewahrt werden. In der Zwischenzeit wurden in Birkelbach dann einige Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement geehrt. So erhielten Sybille Trojan (Siegen), Jürgen Saßmannshausen (Hilchenbach), Reiner Müller (Bad Laasphe), Sebastian Freund (Siegen), Karl-Heinz Born (Netphen), Dietmar Born (Erndtebrück), Karl-Friedrich Müller (Erndtebrück), Stephan Knipp (Kreuztal), Dietmar Kalteich (Freudenberg) und Daniel Heinelt (Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes) die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Gold durch Rainald Thiemann. Doch bevor Thiemann mit Moderatorin Anne Willmes den offiziellen Teil beenden konnte, hatte diese doch noch einen überraschenden Punkt auf ihrer Liste, von dem Thiemann nichts gesagt wurde. Dazu bat sie den stellvertretenden Vorsitzenden des Verbands der Feuerwehren in NRW und Amtsvorgänger Thiemanns auf die Bühne. Dieser nahm dann eine Besondere Ehrung vor. So erhielt Rainald Thiemann das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes.
Nach den Festlichkeiten übernahm dann die Band „Hörgerät“ die Bühne und hat für eine angemessene Feierlaune gesorgt.








Bildunterschrift: Der Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Siegerland-Wittgenstein und die geehrten Kameraden.
(Fotos: wipo | Stand: 27.05.2025, 15:42 Uhr)





