Bad Laasphe. Schulen stehen durchaus vor eine Reihe an herausforderungen. Sei es pädagogischer, personeller oder sonstiger Art. Womit man aber nicht rechnet, ist ein Schadstofffund im eigenen Gebäude. Dieser traf die Lachsbachschule in Bad Laasphe wie ein Paukenschlag. Nachdem in einem Raum Schadstoffe im Bodenkleber festgestellt wurden, musste das Gebäude sofort geschlossen werden. Doch wie schließt man eine Schule von jetzt auf gleich? Der Unterricht muss ja irgendwie weitergehen. Glücklicherweise konnte dafür relativ schnell eine Lösung finden. In den ersten Tagen wurde sich mit Distanzunterricht beholfen, mit dessen Ablauf man noch aus Pandemie-Zeiten vertraut war. Die Halbjahreszeugnisse wurden dann am städtischen Gymnasium ausgegeben. Nach einem Wochenende und einem beweglichen Ferientag konnte dann der Schulbetrieb in einem extra für die Lachsbachschule bereitgestellten Gebäudetrakt des Gymnasiums wieder aufgenommen werden. Seitdem teilen sich nun Lachsbachschule und städtisches Gymnasium ein Gebäude. Und das läuft bis jetzt ausgesprochen erfolgreich. In regelmäßigen Runden tauschen sich Die Schulleitungen mit der Stadtverwaltung aus. Dabei konnte nun ein positives Zwischenfazit gezogen werden. In nur drei Tagen wurde alles geklärt und abgesprochen. Und dann ging alles ganz schnell: Den Umzug konnte die Lachsbachschule innerhalb einer Woche gemeinsam mit dem Bauhof der Stadt Bad Laasphe stemmen. Im Gebäude des städtischen Gymnasiums wurde ein „Lachsbachflügel“ bereitgestellt. Dieser ist auch nur für die Schülerinnen und Schüler der Lachsbachschule zu betreten. Markiert wird das mit großen Schildern an der Tür. Während nun die Untersuchungen an dem Schadstoffbelasteten Gebäude noch andauern, ist somit erst mal für Präsenzunterricht gesorgt. Soweit so gut.
Doch was so einfach wirkt, bringt natürlich viele Schwierigkeiten mit sich. Die Lachsbachschule ist eine Förderschule. Ihre Schülerinnen und Schüler haben entsprechend besondere Anforderungen. Während die Lachsbachschule die Klassen eins bis vier beherbergt, startet das Gymnasium erst ab Klasse fünf. Und auch die Räumlichkeiten sind begrenzt. Fragen über Fragen stellten sich zu beginn. Verstehen sich die Lernenden auf dem Schulhof? Funktioniert das Miteinander in der Cafeteria? können wir uns Turnhalle und Spezialräume gerecht aufteilen? Und bisher funktioniert das tatsächlich recht gut. Die Schülerinnen und Schüler unterstützen sich gegenseitig, die Älteren lassen die Jüngeren in der Schlange in der Cafeteria vor, weil diese früher wieder in den Unterricht gehen. Und auch die räumliche Trennung des Lachsbachflügels wird respektiert. Doch auch wenn all das bisher funktionert ist doch eines völlig klar: Diese Situation ist eine Notlösung und kein Dauerzustand. Es werden auf allen Seiten Abstriche gemacht. Während in der Lachsbachschule spezielle Räume wie eine Lehrküche, einen Werkraum und einen Psychomotorikraum hat, sind diese Möglichkeiten anm städtischen Gymnasium kaum gegeben. Die speziellen Fördermöglichkeiten sind stark begrenzt, weswegen auch die praktischen Angebote stark reduziert sind. Doch auch ganz simple Dinge stellen Herausforderungen dar: „Zwei Schülertoiletten für 70 Schüler war einfach zu wenig“, erläutert Claudia Hammers-Kaltenbrunner von der Lachsbachschule. Und so wurde noch ein Toilettenwagen wurde angeschafft. Leitungen wurden verlegt, Telefone verkabelt, und Parkplätze neue aufgeteilt. Ohne die Hilfe des Bauhofs wäre dies gar nicht möglich gewesen. „Die haben hier richtig geackert“, weiß Corie Hahn zu berichten. Doch klar ist: Irgendwann muss die Lachsbachschule wieder ihre eigenen Mauern bewohnen. Doch die Renovierungsarbeiten müssen noch solange warten, bis die Ergebnisse der Beprobung vorliegen. „Wir warten derzeit noch auf die Ergebnisse“, berichtet Katharina Halbach von der Stadtverwaltung. Erst dann wisse man, was und vor allem in welchem Ausmaß die Renovierung geschehen kann.
Bildunterschrift: Schulleitungen und Stadtverwaltung tauschen sich regelmäßig über den aktuellen Stand der gemeinsamen Nutzung des Schulgebäudes aus: Corie Hahn (Städtisches Gymnasium), Claudia Hammers-Kaltenbrunner (Lachsbachschule) und Katharina Halbach (Stadverwaltung Bad Laasphe).
(Foto: wipo | Stand: 30.03.2025, 16:00 Uhr)





