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Kirchengemeinde verabschiedete Helmut Krumm


Erndtebrück. (ch) 30 Jahre sind eine lange Zeit - eine Zeit, in der Pfarrer Helmut Krumm nicht nur das Leben in der Kirchengemeinde mit prägte. Am vergangenen Sonntag hielt Helmut Krumm seine letzte Predigt als Pfarrer vor einer nahezu vollen Kirche. „Ich wollte eigentlich für heute etwas ganz Besonderes zum Abschied machen. Doch dann ist mir heute Morgen eingefallen: Mensch, du bist doch seit 0 Uhr in Rente und musst gar nichts mehr!" Helmut Krumm nahm den vorherigen Reformationstag zum Anlass, über die Lehre Calvins und seinen eigenen persönlichen Werdegang als gläubiger Christ zu berichten. So erzählte er von der Verwerfung in gläubige und ungläubige Mitmenschen, von Zweifeln auf dem Weg zum Studium in Wuppertal und schlussendlich zur Lösung seiner Zweifel: „Karl Barth, der alte Fuchs, hatte da eine wunderbare Lösung parat." Jesus Christus sei am Kreuz für alle Menschen gestorben. So solle man nicht darüber resümieren, was Gotte könne oder wolle oder auch nicht. Das Wirken von Helmut Krumm in der Ev. Kirchengemeinde beleuchtete Karl-Ludwig Wiesel für das Presbyterium. 1978 war Helmut Krumm bereits mit seiner Frau Dorothee und dem Sohn Benjamin als Hilfsprediger nach Erndtebrück gekommen. Die Pfarrstelle trat Krumm dann im darauf folgenden Jahr an. Karl Ludwig Wiesel erinnerte an denkwürdige Ereignisse, wie etwa die Hilfsfahrten nach Polen, wo man auch einmal mitten in der Nacht einen ganze Bus an der Grenze habe ausräumen müssen, oder die langen Wanderungen ins nicht ganz komfortable, aber umso beliebtere Waldhaus nach Zeppenfeld, der Heimat des seit Sonntag pensionierten Pfarrers. Helmut Krumm wirkte, so Karl-Ludwig Wiesel, auch im Gemischten Chor und im Posaunenchor mit. „Und ohne Dich wären die Kirchplatzmusikanten wohl auch nicht aus der Taufe gehoben worden", so Karl-Ludwig Wiesel. In der Hektik vor einer Konfirmanden-Freizeit in Wemlighausen überrollte der Pfarrer mal die eigene Zugposaune mit dem VW-Bully; der Frauenhilfe zeigte der begeisterte Hobby - Astronom auch einmal nachts das Firmament vom Gickelsberg aus, und in den Wäldern von Benfe wurde so manches Stück Wild von der extra modifizierten Kamera Helmut Krumms abgelichtet und somit Teil des riesigen Dia-Archivs.
Karl-Ludwig Wiesel hob zudem das besondere Verhältnis von Helmut Krumm zu den Menschen in Benfe hervor und betonte, dass auch die Bauvorhaben, wie etwa beide Kindergärten der Ev. Kirche und der Gemeindebau in Benfe, unter der Ägide Helmut Krumms gebaut wurden. Karl-Ludwig Wiesel bedankte sich auch im Namen der Gemeinde und des Presbyteriums bei Dorothee Krumm, die ihrem Mann „den Rücken frei gehalten" habe. Seit einigen Wochen wohnt die Familie Krumm nun an der Bergstraße, unweit der Kirche. Superintendent Stefan Berk meinte, Helmut Krumm habe nur die Straßenseite gewechselt, mehr nicht. „Es bleibt aber ein Abschied. Denn Du bist freigesprochen von der Verantwortung eines gewählten Pfarrers." Und diesen Umstand, bat Stefan Berk, solle man auch seitens der Gemeinde berücksichtigen.
Der Gottesdienst wurde mitgestaltet vom Gemischten Chor, dem Liederkranz Schameder und dem Posaunenchor Erndtebrück.
 

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