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Gemeindemitarbeiterin Elvira Siliacks im Eder- und Elsofftal unterwegs


Schwarzenau. Mit den Männern sei das so eine Sache. Entweder sie fühlten sich noch zu jung für Besuche oder sie dächten, sie seien schon zu alt dafür – das ist jedenfalls die allgemeine Erfahrung im Besuchskreis, den die Diakonische Gemeindemitarbeiterin Elvira Siliacks für die Lukas-Kirchengemeinde im Eder- und Elsofftal organisiert. Auch zum Team der Besucher gehören vor allem Frauen, eine Ausnahme ist lediglich der Schwarzenauer Peter Gehner. Der Rentner ist seit zwei Jahren dabei. Insgesamt gibt es den ehrenamtlichen Besuchsdienst seit 2006, damals hatte die Geschichte mit Barbara Lenz-Irlenkäuser ihren Anfang genommen. Gerade war die Lukas-Kirchengemeinde aus den alten Kirchengemeinden Elsoff und Schwarzenau neu entstanden. Auf der Suche nach dem eigenen Profil legte die Lukas-Kirchengemeinde ihr besonderes Augenmerk auf den diakonischen Aspekt, der eine wichtige Säule der Gemeindearbeit sein sollte. Das inzwischen wittgenstein-weit umgesetzte und geschätzte Konzept der Diakonischen Gemeindemitarbeiterinnen nahm im Eder- und Elsofftal seinen Ausgang.

Die Nachfolge von Barbara Lenz-Irlenkäuser trat Elvira Siliacks vor recht genau zwei Jahren an. Zu ihren Aufgaben als Diakonische Gemeindemitarbeiterin der Lukas-Kirchengemeinde gehört es auch, dass sich die Frau mit der 400-Euro-Stelle regelmäßig mit den ehrenamtlich Mitarbeitenden des Besuchskreises trifft. Gemeinsam sprechen sie über die Dinge, die sie in ihrem Dienst erleben. Und das ist auch wichtig, denn ansonsten reden die Ehrenamtlichen mit Niemandem über die Sachen, die ihnen anvertraut werden. Das ist Ehrensache und auch nicht verhandelbar. Ansonsten kann jedoch über alles gesprochen werden. Wie oft man besucht werden möchte, ob man lieber jemanden aus dem gleichen Dorf oder aus einem anderen Dorf haben will, auch was dann auf dem Programm steht, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Die Mitarbeitenden waren ursprünglich durch einen Artikel im Gemeindebrief gefunden worden, Christel Schmidt aus Beddelhausen ist dabei eine Frau der ersten Stunde. Seit 2006 gehört sie dazu. Derzeit sind es zwei Frauen, die sie alle zwei Wochen besucht, die eine ist über 90. Die Bandbreite der Unternehmungen ist groß, sie reicht vom begleiteten Augenarzt-Besuch über den Blumenkauf bis zum Grab-Bepflanzen. Agnes Wunderlich hingegen ist eher neu dabei, genauer gesagt seit dem vergangenen Jahr. Sie besucht regelmäßig eine 91-Jährige, darüber hinaus arbeitet die Schwarzenauerin auch noch ehrenamtlich in der Tagesbetreuung „Abendsonne“ mit. Seit September 2009 gibt es diese im Elsoffer Gemeindehaus. Von 8.30 bis 15.30 Uhr kommen jeden Mittwoch bei dem kostenpflichtigen Angebot Senioren zusammen, die gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern aus der Gemeinde, aber auch hauptamtlichen Kräften vom Diakonischen Werk Wittgenstein einen geselligen Tag verbringen können. Das Projekt ist nicht nur für die Menschen mit oder ohne Behinderung, mit oder ohne Demenz, sondern soll darüber hinaus pflegenden Angehörigen einmal in der Woche Entlastung bieten. Die Schwarzenauerin Annemarie Schmidt arbeitet ebenfalls im Besuchkreis mit, sie ist jede Woche in der Nachbarschaft unterwegs. Die Elsofferin Marlies Werner ist ebenso schon länger dabei, am Anfang besuchte sie drei alte Damen, dann pausierte sie ein Jahr lang und pflegte stattdessen ihren eigenen Mann. Nun ist sie nach dem Tode ihres Mannes wieder in der Gemeinde unterwegs. Die Schwarzenauerin Brigitte Kuhmichel stemmt dieses ehrenamtliche Engagement neben einem Vollzeitjob. Schon seit Jahren besucht sie quasi nebenbei eine inzwischen 80-Jährige. Bei dem Treffen in Schwarzenau fehlten drei Frauen des Besuchskreises, eigentlich gehören auch Heike Kroh, Jutta Vinken und Marion Bock zur Gruppe.

Bei diesem Angebot steht und fällt Vieles mit der Chemie zwischen den zwei Leuten, die muss zwischen Besucher und Besuchtem stimmen. Und dann wird miteinander gespielt und viel geredet. Trotz unserer ländlichen Strukturen gibt es nur noch selten Häuser, in denen drei Generationen zusammenleben. So sind die Besucherinnen oftmals eine Alternative zu einem Kreuzworträtsel oder zu einem weiteren Nachmittag vor dem Fernseher. Und selbst wenn der Besuchte noch in einem Familien-Verband lebt, so bringen doch die Gäste einfach noch mal andere Themen mit zu den alten Leuten. Wie oft das passiert, dafür gibt es keine Regeln. Das müssten die Parteien individuell miteinander abstimmen, so Elvira Siliacks, und dabei gelte: „Einmal monatlich ist besser als gar nicht.“ Einen guten Rat hat sie aber dennoch, denn eine Sache funktioniere niemals. Man möge niemals in Hektik zum Besuch hetzen. Wer Interesse an einer Mitarbeit im Besuchkreis der Lukas-Kirchengemeinde hat, meldet sich bei Elvira Siliacks unter Tel. (02755) 22 44 15.

© Wittgensteiner Wochenpost 2008 AGBKontaktImpressum